23.09.2026 - Regenstauf - News Nr.: 43313
Rattenbefall bei NORMA: BR berichtet über massive Hygienevorwürfe
Rattenplage im Zentrallager - mit Kot und Urin kontaminierte Ware möglicherweise in den freien Verkauf gelangt - Nach BR-Bericht: Rattenbefall sorgt für Ärger bei NORMA

© NEWS5 / Lars Haubner

Im NORMA-Zentrallager in Regenstauf soll es seit rund einem Jahr einen erheblichen Rattenbefall geben. Das berichtet der Bayerische Rundfunk (BR) unter Berufung auf mehrere Quellen aus dem Unternehmen. Demnach sei die Situation inzwischen auch dem Landratsamt Regensburg bekannt.

Nach Recherchen des BR kontrollierte das Landratsamt das Lager Anfang September. Dabei sollen verschiedene Mängel festgestellt worden sein. Unter anderem wurde NORMA demnach aufgefordert, Rolltore zu reparieren, damit Schädlinge nicht weiterhin in das Lager gelangen können. Außerdem sollte die Rattenbekämpfung verstärkt werden. Nach Informationen des BR wurde in diesem Zusammenhang auch ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen NORMA eingeleitet. Wie der BR unter Berufung auf eine anonyme Quelle aus dem Unternehmen berichtet, soll der Rattenbefall besonders massiv gewesen sein. Selbst ein beauftragter Schädlingsbekämpfer habe demnach Schwierigkeiten gehabt, die Situation unter Kontrolle zu bekommen. NORMA widerspricht dieser Darstellung und erklärt gegenüber dem BR, die Lage sei unter Kontrolle.

Besonders schwer wiegen die Vorwürfe, wonach möglicherweise durch Rattenkot oder Rattenurin verunreinigte Waren in den Verkauf gelangt sein sollen. Nach Aussagen, die dem BR vorliegen sollen, seien auf Anweisung der Lagerleitung offenbar vor allem deutlich angenagte Produkte aussortiert worden. Waren, die lediglich mit Kot oder Urin verunreinigt gewesen seien, sollen dagegen teilweise oberflächlich gereinigt und anschließend weitergegeben worden sein. Auch bei Toilettenpapier gibt es laut BR entsprechende Vorwürfe. Demnach soll kontaminiertes Toilettenpapier zwar aus dem Verkauf genommen, anschließend jedoch in den Personaltoiletten verwendet worden sein. Darüber hinaus berichtet der BR unter Berufung auf Beschäftigte, dass zunächst kein spezialisiertes Fachpersonal für die Reinigung eingesetzt worden sei. Stattdessen habe eine hauseigene Reinigungskraft Rattenkot und Rattenurin beseitigen müssen – angeblich ohne ausreichende Schutzkleidung. NORMA bestätigt gegenüber dem Bayerischen Rundfunk grundsätzlich, dass es im Zentrallager einen Rattenbefall gegeben habe. Das Unternehmen weist jedoch die Vorwürfe zurück, wonach kontaminierte Waren in den freien Verkauf gelangt seien oder die Gesundheit von Beschäftigten gefährdet worden sei. Gegenüber dem BR erklärt NORMA, anhand der Protokolle der Entsorgungsfirma lasse sich nachvollziehen, dass betroffene Waren ordnungsgemäß entsorgt worden seien. Zudem seien die Mitarbeiter entsprechend sensibilisiert und geschult, um die geltenden Hygienestandards einzuhalten. Weiterhin finde täglich eine Unterhaltsreinigung durch eine Fachfirma statt.

Nach Angaben von NORMA habe am 16. September außerdem eine Nachkontrolle durch das zuständige Veterinäramt stattgefunden. Bei dieser Kontrolle seien keine weiteren Beanstandungen festgestellt worden. Das Unternehmen betont gegenüber dem BR zudem, stets transparent mit den zuständigen Behörden zusammengearbeitet zu haben.

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