Am Naherholungsgebiet Mainaue in Kulmbach, im Volksmund auch „Kieswäsch" genannt, ist es zu einem akuten Fischsterben gekommen. Oberbürgermeister Ralf Hartnack und Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW kämpfen seit Sonntag darum, den Sauerstoffgehalt im Badegewässer wieder zu stabilisieren.
Wie Oberbürgermeister Ralf Hartnack vor Ort berichtete, wurde das Fischsterben am Sonntag (23.8.26) festgestellt. Noch am selben Tag leiteten vier Feuerwehren eine Sofortmaßnahme ein: Sie saugten Wasser an und spritzten es sofort wieder ein, um kurzfristig Sauerstoff einzutragen. Im Einsatz waren dabei die Feuerwehren aus Höfen, Katschenreuth, Melkendorf und Lochau. In Abstimmung mit allen beteiligten Fachbehörden wurde anschließend entschieden, dass künftig das THW mit leistungsstärkeren Pumpen dauerhaft Sauerstoff einträgt.
In der vergangenen Nacht sei bereits ein Rückgang des Fischsterbens zu verzeichnen gewesen, so Hartnack. Vereinzelt würden zwar weiterhin tote Fische an Land gespült, diese könnten jedoch bereits am Vortag verendet sein. Messbar sei die Entwicklung derzeit vor allem an den Sauerstoffwerten, die eine leichte Besserung zeigten – wenngleich diese aufgrund biologischer Vorgänge tageszeitlich schwanke.
Andreas Hock, Zugführer des THW Kulmbach, schilderte den Einsatzablauf: Alarmiert wurde kurz vor elf Uhr zunächst der Fachberater, danach folgten weitere Kräfte. Im Einsatz stehen sogenannte Havariepumpen – Großpumpen, die normalerweise bei Hochwasser zum Abpumpen von Wasser genutzt werden. In Kulmbach dienen sie stattdessen dazu, Wasser aus dem See zu entnehmen, mit Luft anzureichern und durch Umwälzen wieder einzuleiten. Die Ortsgruppen aus Naila und Kronach sind mit ihren Großpumpen vor Ort, da sie über entsprechend hohe Förderleistung verfügen. Aktuell sind zwei Großpumpen im Einsatz, eine dritte soll folgen. Gemeinsam erreichen die Pumpen eine Fördermenge von 24.000 Litern pro Minute.
Die Stadt Kulmbach hat ein Betretungs- und Badeverbot für das Gewässer verhängt – zum einen aus Sicherheitsgründen wegen des technischen Geräts vor Ort, zum anderen, bis sich der Sauerstoffgehalt im See von selbst stabilisiert.
Geplant ist der Einsatz laut Hock zunächst bis Dienstagabend. Ob eine Verlängerung nötig wird, hängt von den Messwerten ab, die das Wasserwirtschaftsamt fortlaufend erhebt. Für die Wasserpumpentruppen aus Kronach und Naila ist ein solcher Einsatz keine Premiere – sie waren bereits mehrfach bei vergleichbaren Lagen im Einsatz. Laut Hartnack ist Kulmbach zudem nicht der einzige Ort in der Region, der aktuell mit sinkenden Sauerstoffwerten in Gewässern zu kämpfen hat.
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