Ein dramatischer Einsatz hat am Donnerstagabend (19.02.2026) in Großhansdorf für Aufregung gesorgt. Gegen 19:30 Uhr wurde die Feuerwehr in die Straße Groten Diek zum sogenannten Großen Teich alarmiert. Das Meldebild: Person im Wasser, Menschenleben in Gefahr. Zuvor sollen mehrere Kinder auf der Eisfläche gewesen sein. Zwei von ihnen verließen das Eis offenbar in Panik, nachdem sie ein Knacken gehört hatten; Passanten hatten Kinder auf der Eisfläche gesehen und zudem Hilfeschreie gehört. Ein drittes Kind galt zunächst als vermisst. „Meldebild war technische Hilfeleistung - Person im Wasser“, erklärte Einsatzleiter Peter Jarchow, Gemeindewehrführer der Feuerwehr Großhansdorf.
Aufgrund der unklaren Lage wurde umgehend ein Großeinsatz ausgelöst. Neben der Feuerwehr Großhansdorf rückten auch die Feuerwehren Ahrensburg und Lütjensee an. Zusätzlich wurden die technische Einsatzleitung mit Drohne, eine weitere Drohneneinheit sowie die Taucher der Berufsfeuerwehr Hamburg nachalarmiert. „Wir wollten schnellstmöglich reagieren können, falls wir eine Einbruchstelle auf dem Teich finden“, so Jarchow. Noch bevor die Drohnen eintrafen, begannen die Einsatzkräfte mit der intensiven Suche. Der Teich wurde zunächst fußläufig mit Handlampen erkundet. Parallel dazu gingen mehrere Trupps gesichert mit Schwimmwesten und Steckleitern auf das Eis, zudem kamen insgesamt drei Boote zum Einsatz. Aus der Luft wurde das Gebiet rund um den Großen Teich später ebenfalls mit Drohnen nach möglichen Einbruchstellen abgesucht. „Wir haben sofort alles abgesucht, um eventuelle Einbruchsspuren zu finden“, schilderte der Einsatzleiter.
Tatsächlich wurde im weiteren Verlauf eine mögliche Einbruchstelle entdeckt. Diese wurde von einem Feuerwehrmann im Trockenanzug überprüft - jedoch ohne Feststellung einer Person im Wasser. Zeitgleich suchten Kräfte auch das umliegende Gelände ab. Dabei trafen sie auf ein Kind, das zunächst als vermisst gemeldet worden war. Dieses bestritt anfangs, auf dem Eis gewesen zu sein, räumte es später jedoch ein. Schließlich stellte sich heraus, dass es sich nicht um das gesuchte dritte Kind handelte. Kurz nach 21 Uhr kam dann die Entwarnung: Die Polizei konnte auch das tatsächlich gesuchte dritte Kind, einen 10‑jährigen Jungen, wohlbehalten bei seinen Eltern antreffen.
Im Gespräch mit der Polizei gab der Junge an, dass es sich bei der Aktion um einen Scherz gehandelt habe. Er habe „aus Witz“ nach Hilfe gerufen und sei dann gemeinsam mit den anderen Kindern vom Teich geflüchtet. Die Polizei führte nach dem Geständnis ein eindringliches Gespräch mit ihm und seinen Eltern; ein Verfahren soll es nach aktuellem Stand nicht geben, offen ist noch, wer für die Einsatzkosten aufkommen muss.
Für die rund 50 Einsatzkräfte war es ein Einsatz mit emotionaler Anspannung. „Natürlich hat man als Familienvater erst einmal ein schlechtes Gefühl und hofft, dass man schnell genug ist“, sagte Jarchow. Als schließlich klar war, dass alle Kinder in Sicherheit sind, überwog die Erleichterung: „Riesig. Lächeln im Gesicht. Dann ist immer alles perfekt.“ Der Große Teich ist nach Angaben der Feuerwehr zwischen 50 Zentimeter und einem Meter tief. Eine Freigabe von Eisflächen gebe es grundsätzlich nicht. „Jeder, der eine Eisfläche betritt, tut das auf eigene Gefahr“, betonte der Einsatzleiter.
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