19.06.2026 - Nürnberg - News Nr.: 42245
Spezialfirma im Dauereinsatz: Eichenprozessionsspinner so zahlreich wie seit Jahren nicht mehr - Gefahr für die Gesundheit
Deutschlandweit tausende Sichtungen - Milder Winter und trockenes Frühjahr boten ideale Bedingungen - Brennhaare verursachen Hautausschläge, Juckreiz, Augenreizungen, Atemwegsbeschwerden oder allergische Reaktionen

© NEWS5 / Lars Haubner

Die Eichenprozessionsspinner beschäftigen derzeit zahlreiche Städte, Gemeinden und Grundstückseigentümer in ganz Deutschland. Auch in Bayern häufen sich die Meldungen über befallene Bäume, gesperrte Spielplätze und aufwendige Bekämpfungsmaßnahmen. Experten gehen davon aus, dass das Problem in diesem Jahr vielerorts größer ist als in den vergangenen Jahren.

Grund dafür sind vor allem die Witterungsbedingungen der vergangenen Monate. Der vergleichsweise milde Winter sorgte dafür, dass viele Eier der Nachtfalter die kalte Jahreszeit problemlos überstanden. Gleichzeitig boten die warmen und trockenen Frühjahrswochen ideale Bedingungen für die Entwicklung der Raupen. Dadurch konnten sich vielerorts besonders große Populationen entwickeln.

Der Eichenprozessionsspinner gilt nicht nur als Schädling für Eichenbestände, sondern stellt vor allem ein Gesundheitsrisiko für Menschen und Tiere dar. Ab dem dritten Larvenstadium entwickeln die Raupen Millionen feiner Brennhaare. Diese enthalten das Nesselgift Thaumetopoein und können bereits bei bloßem Kontakt oder durch den Wind verbreitet werden.

Die Folgen reichen von Hautausschlägen, starkem Juckreiz und Augenreizungen bis hin zu Atemwegsbeschwerden. In schweren Fällen können allergische Reaktionen auftreten, die eine medizinische Behandlung erforderlich machen. Besonders gefährdet sind Kinder, Spaziergänger, Hundehalter sowie Personen, die beruflich im Freien arbeiten.

Viele Kommunen reagieren deshalb mit umfangreichen Bekämpfungsmaßnahmen. Spezialfirmen entfernen die Gespinste mithilfe von Saugsystemen oder beseitigen befallene Nester mechanisch. Teilweise kommen auch Hubsteiger zum Einsatz, um die oft hoch in den Baumkronen befindlichen Nester sicher entfernen zu können. Zudem werden betroffene Bereiche abgesperrt oder Warnhinweise aufgestellt.

Auch in Nürnberg ist das Problem so groß wie seit Jahren nicht. Die Firma "Nürnberger Baumpflege" gehört laut eigener Aussage zu den größten Spezialfirmen Europas, was die Beseitigung der Raupen angeht. Das Unternehmen ist komplett ausgebucht und eilt von Einsatz zu Einsatz. Dabei arbeiten sie sowohl für Städte und Kommunen, als auch für Privatpersonen.

Besonders entlang von Straßen, in Parks, auf Schulgeländen und an beliebten Badeseen stehen die Verantwortlichen vor großen Herausforderungen. Die Bekämpfung der Raupen ist aufwendig und kostenintensiv, da selbst alte Nester noch über Jahre hinweg gefährliche Brennhaare enthalten können.


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