26.05.2026 - Neustadt an der Donau - News Nr.: 41978
Unbefristeter Streik bei Mahle gestartet - Produktion seit Nachmittag komplett stillgelegt
Unbefristeter Streik bei Mahle gestartet - Produktion in Werk vollständig eingestellt - Mehr als 400 Beschäftigte und Unterstützer bei Auftaktkundgebung - IG Metall wirft Management fehlende Verhandlungsbereitschaft vor

© NEWS5 / Eric Deyerler

Bei Mahle in Neustadt an der Donau im Landkreis Kelheim hat am Dienstag (26.05.2026) ein unbefristeter Streik begonnen. Seit 14.15 Uhr steht die Produktion im Werk vollständig still. Mehr als 400 Beschäftigte sowie Unterstützerinnen und Unterstützer versammelten sich nach Angaben der IG Metall vor den Werkstoren und errichteten Streikposten.

Hintergrund des Arbeitskampfes ist die geplante Schließung des Werkes im ersten Halbjahr 2027. Die Produktion von Klimaanlagen für Autohersteller wie BMW, Porsche, Volvo und Jaguar Land Rover soll nach Angaben der Gewerkschaft künftig in die Slowakei verlagert werden. Die Beschäftigten wollen mit dem Streik den Erhalt des Standortes und ihrer Arbeitsplätze erreichen.

„Die Beschäftigten werden den Betrieb so lange stilllegen, bis sich das Unternehmen endlich bewegt“, erklärte Rico Irmischer, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Regensburg. Weiter sagte er: „Die Verantwortung für diese Eskalation trägt allein das Management, das seit Wochen ernsthafte Verhandlungen über eine Zukunftsperspektive für den Standort ins Leere laufen lässt.“

Nach Angaben der IG Metall hatten sich bereits Ende vergangener Woche 98,4 Prozent der Mitglieder in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik ausgesprochen. Zuvor hatte es bereits mehrere Warnstreiks sowie einen 24-Stunden-Streik gegeben.

Auch Horst Ott, Bezirksleiter der IG Metall Bayern, kritisierte die Pläne des Unternehmens deutlich. „Wenn profitable Werke hierzulande geschlossen werden, ohne ernsthaft nach Alternativen zu suchen, gerät das Vertrauen in unternehmerische Verantwortung in Deutschland insgesamt ins Wanken“, erklärte Ott.


Die Gewerkschaft fordert für die mehr als 400 Beschäftigten entweder einen Zukunftstarifvertrag zur Sicherung des Standortes oder einen Sozialtarifvertrag. Die vierte Verhandlungsrunde zwischen Unternehmen und IG Metall war am vergangenen Freitag ohne Ergebnis geblieben.

Nach Angaben der IG Metall will Mahle zur schnellen Schließung des Werkes die Produktion für Volvo vorübergehend sogar nach China verlagern. Langfristig soll die gesamte Fertigung in die Slowakei umziehen.

Zum Auftakt des Streiks reisten auch Beschäftigte anderer Unternehmen und Mahle-Standorte zur Unterstützung nach Neustadt an der Donau. Unter anderem beteiligten sich Beschäftigte von Krones, Siemens, Schaeffler und Audi an der Kundgebung.

Die IG Metall betonte zugleich ihre weitere Gesprächsbereitschaft. „Eine Lösung ist nach wie vor möglich. Für Verhandlungen zum Erhalt der Arbeitsplätze stehen unsere Türen jederzeit offen“, sagte Irmischer. Bis zu einer Einigung blieben die Werkstore jedoch geschlossen.

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