+++ Erstmeldung +++
18.05.2026 - Würzburg - News Nr.: 41897
32 Jahre nach der Tat: Neuer Mordprozess im Cold Case Fall um getötete 13-Jährige
Mutmaßlicher Täter bereits verurteilt - Bundesgerichtshof hatte Urteil aufgehoben - Urteil stützte sich auf Indizien

© NEWS5 / Pascal Höfig

Redaktioneller Hiweis: Angeklagten bitte pixeln

Mehr als 32 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der 13-jährigen Sabine aus Unterfranken wird der Fall erneut vor Gericht verhandelt. Vor dem Landgericht Würzburg hat am Montag (18.05.2026) ein neuer Prozess gegen einen heute 49-jährigen Mann begonnen, der bereits 2024 wegen Mordes zu sechseinhalb Jahren Jugendstrafe verurteilt worden war. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil jedoch aufgehoben.

Die Schülerin war am 15. Dezember 1993 auf einem abgelegenen Reiterhof im Karlstadter Ortsteil Wiesenfeld verschwunden. Zwei Tage später wurde ihre Leiche in einer Güllegrube entdeckt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, das Mädchen sexuell missbraucht und anschließend getötet zu haben.

Bereits im ersten Prozess stützte sich das Gericht vor allem auf Indizien und DNA-Spuren, die unter anderem an Kleidungsstücken des Opfers gefunden wurden. Die Verteidigung hatte dagegen argumentiert, die Beweislage reiche für eine Verurteilung nicht aus, und Revision eingelegt. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil daraufhin im Herbst 2025 auf.

Der neue Prozess findet erneut unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, da der Angeklagte zur Tatzeit 17 Jahre alt war und somit Jugendstrafrecht gilt. Insgesamt sind laut Gericht 26 Verhandlungstage bis Ende Oktober angesetzt.

Im Jugendstrafrecht liegt die Höchststrafe bei Mord bei zehn Jahren Haft. Sollte das Gericht lediglich ein anderes Delikt wie Totschlag feststellen, könnte der Fall wegen Verjährung eingestellt werden.

Unsere Informationsquellen:

  • Reporter vor Ort

© 2002 - 2026 by 5NETWORK / PICTURE5 / Medienhaus Nürnberg / 10nach8 / NEWS5. All rights reserved. / 2.0.0