08.04.2026 - Timmendorfer Strand - News Nr.: 41496
Schwere Vorwürfe gegen Robert Marc Lehmann: Bürgermeister von Timmendorfer Strand packt zur Walrettungsaktion aus
Interview mit Sven Partheil-Böhnke - "Ich musste dann leider relativ schnell feststellen, dass 90 bis 100 Prozent aller Annahmen von Herrn Lehmann leider falsch waren" - "Keiner hat Herrn Lehmann vom Einsatz ausgeschlossen" - ""Ich hatte das Gefühl, da ging es nicht wirklich nur um das Tierwohl"

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Bei der gestrigen Pressekonferenz des Expertengremiums rund um der Situation des gestrandeten Buckelwals bei der Insel Poel kritisierte Umweltminister Till Backhaus unter anderem das Vorgehen der Rettungsaktion in Niendorf. Sven Partheil-Böhnke, der als Bürgermeister von Timmendorfer Strand bei der ersten Walstrandung zuständig war, reagierte er auf die Aussage und blickt auf das Vorgehen in Niendorf zurück. Hier packte er außerdem über die umstrittene Rolle Robert Marc Lehmanns aus, der als Wal-Experte in Niendorf agierte.

Obwohl sich Lehmann zu Beginn als Wal-Experte und Meeresbiologe vorstellte, musste die Einsatzleitung laut Partheil-Böhnke rasch erkennen, dass dessen fachliche Einschätzungen und Prognosen fast vollständig falsch waren. So prophezeite der YouTuber beispielsweise eine Erfolgschance von lediglich 0,1 Prozent für den Plan, einen Kanal durch die Sandbank zu baggern, welchen das Tier letztlich jedoch annahm und sich dadurch zunächst befreien konnte. Als fatal erwies sich zudem eine eigenmächtige Entscheidung Lehmanns bei der anschließenden Bootsbegleitung, den Wal nur einseitig abzusichern, wodurch das Tier in die offene Bucht ausbüxte, wertvolle Zeit verloren ging und der Meeresäuger stark geschwächt wurde. Daraufhin entzog der Bürgermeister dem Influencer die von ihm selbst beanspruchte Einsatzleitung und übertrug diese vollständig an das Technische Hilfswerk. Partheil-Böhnke stellte ausdrücklich klar, dass Lehmann zu keinem Zeitpunkt von der Rettungsaktion ausgeschlossen wurde, sondern sich vielmehr durch seine Kameras auf dem Wasser selbst in Szene setzen wollte. Bei den Verantwortlichen vor Ort verfestigte sich zunehmend der Eindruck, dass es dem YouTuber mit seinem Selfiestick weniger um den Tierschutz als um Klicks und eigene finanzielle Interessen ging. Mit Blick auf die aktuell dramatische Lage des Wals vor der Insel Poel verteidigt der Timmendorfer Bürgermeister die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern entschieden gegen massive Anfeindungen im Netz. Er bezeichnete die Vorwürfe der Untätigkeit als völlig haltlos, da die geologischen Bedingungen vor Poel – wo der Wal mit seinem Körpergewicht auf den eigenen Organen liegt – nicht mit der deutlich günstigeren Ausgangslage in Niendorf vergleichbar seien. Die im Internet kursierenden Morddrohungen gegen verantwortliche Politiker verurteilte Partheil-Böhnke aufs Schärfste und betonte, dass in solchen Ausnahmesituationen echte wissenschaftliche Expertise stets über unqualifizierte Meinungen aus den sozialen Medien gestellt werden müsse.

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