26.03.2026 - Amorbach - News Nr.: 41334
Zum Saisonstart: Bayerns Staatssekretär Kirchner stellt ziviles Polizeimotorrad mit Action-Kamera-System vor
Verkehrssicherheit erhöhen, unnötigen Motorradlärm reduzieren - Überhöhte Geschwindigkeit und manipulierte Auspuffanlagen ein Problem

© NEWS5 / Pascal Höfig

Mit dem Start der Motorradsaison rücken auch die Schattenseiten wieder in den Fokus: Die Zahl der Unfälle steigt, und vielerorts fühlen sich Anwohner durch übermäßigen Motorradlärm gestört. Allein im Jahr 2025 wurden in Bayern mehr als 5.170 Motorradfahrer bei Verkehrsunfällen verletzt, 96 von ihnen kamen ums Leben.

Vor diesem Hintergrund präsentierte Innenstaatssekretär Sandro Kirchner an der B47 bei Amorbach am Donnerstag (26.03.2026) ein neues Instrument der Polizei Unterfranken: ein ziviles Polizeimotorrad, ausgestattet mit einem sogenannten Action-Kamera-System (AKS). Dieses soll dabei helfen, insbesondere gefährliche Fahrweisen und unnötige Lärmentwicklung effektiver zu dokumentieren und zu verfolgen.

Die Technik dahinter ist vergleichsweise einfach: Erkennt ein speziell geschulter Polizeibeamter auf dem Motorrad einen Verstoß, wird die Kamera aktiviert. Sie zeichnet die Fahrt des betreffenden Motorradfahrers lückenlos bis zur Kontrolle auf. Die entstandenen Aufnahmen dienen anschließend als Beleg im weiteren Verfahren. Gleichzeitig haben sie eine pädagogische Wirkung, da Betroffene ihr eigenes Verhalten direkt nachvollziehen können. Bereits zwischen 2020 und 2022 wurde das System ausgiebig getestet und hat sich laut Angaben der Polizei als praxistauglich erwiesen.

Auch wenn das AKS-Motorrad keine alleinige Lösung darstellt, sieht Kirchner darin eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Maßnahmen. Erfahrungen aus anderen Regionen Bayerns zeigen, dass mithilfe der Kameras zahlreiche Verstöße festgestellt werden konnten. Die daraus resultierenden Konsequenzen reichen von Geldbußen über Fahrverbote bis hin zur Sicherstellung von Motorrädern. Die Kosten für ein solches Einsatzfahrzeug liegen bei rund 48.000 Euro, wobei etwa ein Fünftel auf die Kameratechnik entfällt.

Gleichzeitig stellte Kirchner klar, dass nicht die gesamte Motorrad-Community für die Probleme verantwortlich sei. Vielmehr handle es sich um eine vergleichsweise kleine Gruppe, die durch ihr Verhalten negativ auffalle. Genau diese wolle man gezielt kontrollieren. Pauschale Einschränkungen für alle Motorradfahrer seien rechtlich schwierig und würden zudem auch diejenigen benachteiligen, die sich regelkonform verhalten.

Die Strecke der B47 bei Amorbach gilt dabei als besonders problematisch. Neben häufigen Unfällen ist sie auch für eine hohe Lärmbelastung bekannt. Vor allem überhöhte Geschwindigkeit und manipulierte Auspuffanlagen sorgen dort für Ärger bei Anwohnern und Besuchern. Ziel der verstärkten Kontrollen sei es daher, sowohl die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen als auch die Lärmbelastung spürbar zu verringern und ein respektvolleres Miteinander zu fördern.

Unsere Informationsquellen:

  • Reporter vor Ort

© 2002 - 2026 by 5NETWORK / PICTURE5 / Medienhaus Nürnberg / 10nach8 / NEWS5. All rights reserved. / 2.0.0