24.03.2026 - Timmendorfer Strand - News Nr.: 41314
Dritter Tag nach Wal-Strandung: Helfer bereiten neuen Rettungsversuch vor
Buckelwal liegt weiter vor Niendorf in der Lübecker Bucht fest – Am Mittwoch nur vorbereitende Maßnahmen geplant – Größerer Bagger soll am Donnerstagmorgen zum Einsatz kommen – Bürgermeister kritisiert „Waltourismus“

© NEWS5 / Sebastian Peters

Auch am Mittwochmorgen (25.03.2026) dauert der Einsatz rund um den gestrandeten Buckelwal vor Niendorf (Gemeinde Timmendorfer Strand, Landkreis Ostholstein) an. Der Wal liegt weiterhin auf einer Sandbank in der Lübecker Bucht fest. Am Mittwoch sollen nach bisherigen Informationen zunächst Vorbereitungen für einen weiteren Rettungsversuch getroffen werden. Ein neuer, größerer Einsatz mit Bagger ist erst für Donnerstagmorgen gegen 5.30 Uhr vorgesehen.

Die Situation des rund zehn Meter langen Meeressäugers bleibt kritisch. Nach ersten Informationen konnte sich das Tier bislang weder durch die Gezeiten noch durch bisherige Maßnahmen aus eigener Kraft befreien. Bereits am Dienstag scheiterte ein Rettungsversuch mit einem Saugbagger, da der Sand vor Ort zu fest war. Ein größerer Bagger wurde angefordert und soll nun bei einem erneuten Versuch eingesetzt werden. Dieser soll am heutigen Mittwoch aufgebaut werden, damit dieser am Donnerstagmorgen gegen 5:30 Uhr eingesetzt werden kann. 

Erschwert werden die Arbeiten zusätzlich durch das Wetter: Am Mittwochmorgen zeigt sich die Ostsee am Timmendorfer Strand stürmisch und regnerisch.

Parallel versuchen Einsatzkräfte weiterhin, den Wal zu stabilisieren. Unter anderem wurde das Tier durch gezielte Wellenbewegungen mit Wasser benetzt, um ein Austrocknen zu verhindern. Drohnenaufnahmen zeigen, dass sich der Zustand der Haut des Wals verschlechtert hat. Fachleute vermuten gesundheitliche Probleme als mögliche Ursache für das Verhalten des Tieres.

Zunehmend problematisch ist der große Andrang von Schaulustigen. Trotz Absperrungen nähern sich immer wieder Menschen dem Tier – sowohl zu Fuß als auch mit Booten. Der Bürgermeister von Timmendorfer Strand, Sven Partheil-Böhnke, kritisierte dieses Verhalten deutlich und sprach von „Waltourismus“. Das Verhalten sei eine zusätzliche Belastung für das ohnehin geschwächte Tier und behindere die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich.

Die Behörden appellieren eindringlich an die Bevölkerung, den Bereich weiträumig zu meiden. Die Lage bleibt dynamisch, weitere Informationen zum Zustand des Wals und zum Verlauf der Rettungsmaßnahmen sollen im Laufe des Tages folgen.


Unsere Informationsquellen:

  • Reporter vor Ort
  • Gespräch mit den Bürgermeister

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