In der Lübecker Bucht ist am Montagmorgen (23.03.2026) ein riesiger Buckelwal gestrandet. Das Tier liegt derzeit auf einer Sandbank vor dem Strand von Niendorf bei Timmendorfer Strand fest. Nach Angaben der Polizei hatten in der Nacht mehrere Anwohner „ein lautstarkes Geräusch“ gehört und eine Sichtung eines großen Meeressäugers vor dem Niendorfer Hafen gemeldet. Der Wal misst schätzungsweise rund zehn Meter und ist vermutlich ein männliches Jungtier auf Wanderschaft.
„Wir haben den Bereich rund um den Strand und Hafen abgesperrt“, sagte Polizeisprecher Ulli-Fritz Gerlach vor Ort. „Das größte Ziel ist es jetzt, dem Tier zu helfen. Ganz wichtig ist dabei, dass es von Menschen in Ruhe gelassen wird. Gehen Sie nicht ins Wasser, nicht mit Booten oder SUPs in Richtung Wal, auch Drohnen sollen fernbleiben.“
Sea-Shepherd-Taucher Sven Biertümpfel bestätigte die Walart: „Es kam zur Verwirrung, ob Buckelwal oder Finnwal - inzwischen wissen wir ziemlich sicher, dass es ein Buckelwal ist.“ Das Tier gebe noch „Stress- oder Warnsignale“ von sich und regte sich gelegentlich. Drohnenaufnahmen zeigten zudem Netzfragmente vom früheren Verfangen bei Wismar.
Einsatzkräfte, Sea Shepherd und Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) aus Büsum sind aktuell im Einsatz. Biertümpfel warnte: „Wenn wir es liegen lassen, ist das Todesurteil - aber Hilfe könnte es stressen und es verenden lassen. Die Chancen in der Ostsee sind beschränkt.“
Nach mehreren erfolglosen Rettungsversuchen direkt an dem Tier versuchten die Einsatzkräfte am späten Nachmittag mittels zwei großer Schiffe der Küstenwache einen starken Wellengang zu erzeugen. Die Wellen sollen dem Tier helfen, sich möglicherweise eigenständig aus seiner misslichen Lage zu befreien, bisher jedoch ohne Erfolg.
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