Die Bundesanwaltschaft hat am Montag (02.02.2026) einen massiven Schlag gegen ein mutmaßliches kriminelles Netzwerk zur Umgehung von Russland-Sanktionen geführt. In Lübeck und im Kreis Herzogtum Lauenburg nahmen Beamte des Zollkriminalamts vier Männer fest, ein fünfter Verdächtiger wurde vorläufig festgenommen. Zeitgleich starteten großangelegte Durchsuchungen in Frankfurt am Main, Nürnberg sowie in mehreren Landkreisen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Beschuldigte, darunter deutsche, russische und ukrainische Staatsangehörige, stehen im Verdacht, gewerbs- und bandenmäßig gegen das Außenwirtschaftsgesetz verstoßen zu haben.
Den Ermittlungen zufolge nutzte die Gruppe ein Lübecker Handelsunternehmen als Tarnung, um seit Beginn des Ukraine-Krieges systematisch Güter für die russische Rüstungsindustrie zu beschaffen. Über ein komplexes Geflecht aus Scheinfirmen wurden rund 16.000 Lieferungen im Gesamtwert von mindestens 30 Millionen Euro nach Russland geschleust. Zu den Abnehmern gehörten laut Bundesanwaltschaft mindestens 24 gelistete russische Rüstungsbetriebe, wobei mutmaßlich staatliche Stellen hinter dem Netzwerk standen. Der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs hat bereits einen Vermögensarrest über 30 Millionen Euro angeordnet. Die Beschuldigten werden am Dienstag dem Haftrichter vorgeführt.
Einen Tag nach der bundesweiten Razzia bei einem mutmaßlichen Beschaffungs-Netzwerk für Russland setzte ein Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof die Haftbefehle gegen zwei zuvor festgenommene Verdächtige in Vollzug. Die beiden Verdächtigen befinden sich aktuell in Untersuchungshaft.
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