06.01.2026 - München - News Nr.: 40173
Hilfe in eisigen Nächten: Der Kältebus München im Einsatz für Obdachlose
Aktuelle Temperaturen von bis zu -15° - 30-50 Portionen für Obdachlose in München - nahrhaftes Essen wird an frierende und hungernde verteilt - große Dankbarkeit der Betroffenen

© NEWS5 / Lars Haubner

Wenn die Temperaturen in München unter den Gefrierpunkt fallen, wie auch diesen Dienstagabend (06.01.2026), beginnt für den Kältebus München die intensivste Zeit des Jahres. In den Wintermonaten sind die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer abends und nachts mit einem Fahrzeug in der Stadt unterwegs, um obdachlose Menschen direkt an ihren Schlafplätzen aufzusuchen – etwa in Unterführungen, Hauseingängen oder an U-Bahnhöfen.

Der Kältebus bringt vor allem eines: warmes, nahrhaftes Essen. Gründer Berthold Troitsch betont, dass es dabei bewusst nicht nur um Tee oder Suppe gehe, sondern um vollwertige, herzhafte Mahlzeiten. Ziel sei es, den Menschen neben Wärme auch ausreichend Kalorien zu geben, um die kalten Nächte besser zu überstehen. Pro Abend werden derzeit rund 30 bis 50 Portionen ausgegeben, oft ergänzt durch Nachschläge, Nachspeisen, heiße Getränke oder kleine Extras wie Schokolade und Konserven.

Neben Lebensmitteln verteilen die Helfer auch Hygieneartikel sowie einfache Campingutensilien wie Planen oder Gaskartuschen, um Schutz vor Kälte, Schnee und Nässe zu ermöglichen. Schlafsäcke werden nur in Ausnahmefällen ausgegeben – der Schwerpunkt liegt klar auf der Versorgung mit warmem Essen. Wichtig ist den Ehrenamtlichen zudem der persönliche Kontakt: Gespräche, Zuhören und ein Zeichen von Wertschätzung gehören für viele Betroffene ebenso zur Hilfe wie die materielle Unterstützung.

Der Name „Kältebus“ ist dabei etwas irreführend: Das Fahrzeug sammelt keine Menschen ein und ersetzt keine Notunterkünfte. Vielmehr handelt es sich um eine niedrigschwellige Hilfe, die Menschen dort unterstützt, wo sie sich aufhalten.

Der Verein ist rein privat organisiert und vollständig spendenfinanziert. Öffentliche Zuschüsse gibt es nicht. Lebensmittel erhält der Kältebus teilweise über eine Kooperation mit einem Discounter, der mehrmals wöchentlich aussortiertes Obst und Gemüse zur Verfügung stellt. Weitere Zutaten wie Fleisch, Milchprodukte oder Gewürze müssen über Spenden zugekauft werden.

Die Resonanz unter den Betroffenen ist laut Troitsch, dem Gründer des Kältebus München, durchweg positiv. Viele freuen sich auf den Besuch des Kältebusses, weil das warme Essen für sie ein kleines Highlight des Tages ist – ein Moment von Wärme und Aufmerksamkeit, bevor sie sich wieder an ihre Schlafplätze zurückziehen müssen.


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