04.12.2025 - Norderstedt - News Nr.: 39723
Deutsche Influencerin setzt Kaninchen aus: Follower und Tierheim extrem empört über Vorfall
Influencerin setzt Kaninchen aus in der Absicht, damit etwas Gutes zu tun – Nur drei der vier Kaninchen überleben – Tierheim nimmt Kaninchen auf und fordert Konsequenzen – Management äußert sich noch nicht auf Anfrage

© NEWS5 / René Schröder

Eine Influencerin aus dem Kreis Segeberg steht massiv in der Kritik, nachdem am Mittwoch (03.12.2025) herauskam, dass sie ihre vier Kaninchen in einem Wald ausgesetzt hat. In den sozialen Medien reagieren zahlreiche Nutzer empört und fordern Konsequenzen. Auch andere Influencer griffen den Fall inzwischen auf.
Alicia Vosgrau, auf Instagram bekannt als „aliciasmumlife“, erklärte nun am Mittwoch ihren knapp 500.000 Followern auf Instagram in einem geschriebenen Text, wie es zu dem Vorfall kam: Sie sei nach der Geburt ihres Kindes im Juni überfordert gewesen. Nachdem bereits zwei Kaninchen verendet waren, habe die Familie die restlichen Tiere ausgesetzt, in der Annahme, ihnen damit etwas Gutes zu tun. Es falle ihr schwer, über all das zu reden, und sie schäme sich sehr. Sie gab auch bekannt, sich und ihrer Familie inzwischen Unterstützung gesucht zu haben.
Das örtliche Tierheim fand die vier Kaninchen bereits im August. Eines der Tiere überlebte die Zeit im Wald nicht. Da das Tierheim alle „Fundchen“ online postet, meldete sich im November eine Person bei dem Tierheim: „Im November haben wir eine E-Mail bekommen von einer Person, die den Verdacht geäußert hat, dass diese Kaninchen die Tiere einer Influencerin aus Norderstedt sein könnten“, erzählt die Tierpflegerin Lea Borchardt. Nach Sichtung diverser Posts und Videos der Influencerin konnte schnell bestätigt werden, dass es ihre Kaninchen sein müssen. Das Tierheim übergab das gefundene Material der Polizei und erstattete Anzeige. Die Polizei Bad Segeberg bestätigte das und führte weiter aus: „Es ist richtig, dass bei der Polizei eine derartige Anzeige erstattet wurde. Diese wurde zunächst zuständigkeitshalber an den Umweltdienst beim Polizei-Autobahn- und Bezirksrevier Bad Segeberg geschickt. Dort ist man nach rechtlicher Würdigung zu dem Schluss gekommen, dass im vorliegenden Fall keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit vorliegt. Der Vorgang wurde aus diesem Grund mit dem Verdacht einer Ordnungswidrigkeit gemäß § 18 TierSchG an das Ordnungsamt der Stadt Norderstedt zur weiteren Bearbeitung abgegeben". Es müsse eine Tierhalterkontrolle stattfinden. Auch da sich, wie in anderen Posts der Influencerin zu sehen, ein Hund in der Familie befindet. Die Einrichtung fordert, dass die Familie die entstandenen Kosten von 2.500 Euro übernimmt.
Auch das verspätete Statement auf Instagram ist für das Tierheim nicht akzeptabel: „Das Statement haben wir hier natürlich alle gelesen. Es gab viele Möglichkeiten für die Person, die Verantwortung zu übernehmen, sich zu rechtfertigen.Kurz nachdem ein Zeitungsartikel online ist, können wir nun nicht mehr als Verantwortungsübernahme betrachten“, erklärt Philine Bestehorn, die stellv. Tierheimleitung.

Telefonisch wollte sich das Management der Influencerin nicht äußern. Auf eine ausführliche Anfrage per E-Mail erhielten wir eine kurze Antwort, in der auf das bereits veröffentlichte Statement verwiesen wird und darauf, dass Frau Vosgrau die volle Verantwortung übernehme.

Erste Unternehmen zogen aus dem Vorfall Konsequenzen und beendeten ihre Kooperationen mit der Influencerin.


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