11.11.2025 - Peine - News Nr.: 39356
Kartoffelernte auf Rekordniveau stellt Landwirt vor Probleme: Hunderte Tonnen müssen wegen Preisverfall vernichtet werden
"Katastrophenjahr schlechthin" - 400 Tonnen Kartoffeln in Biogasanlage verbrannt - Kartoffeln aus dem Ausland im Supermarkt für Schridde nicht nachvollziehbar - Markt "übersätigt" - "Die deutschen Bauern will keiner mehr haben"

© NEWS5 / Sebastian Peters

In Deutschland kollabieren die Kartoffelpreise als Folge hoher Erträge und enorm ausgeweiteter Anbauflächen. Ein Beispiel aus Niedersachsen zeigt das Dilemma: Der Landwirt Christian Schridde vernichtete rund 400 Tonnen seiner Kartoffelernte, nachdem sich die Preise auf Talfahrt befunden hatten. Gleichzeitig meldet die Landwirtschaftskammer, dass die Erzeugerpreise für Kartoffeln auf historisch niedrige Niveaus gefallen sind, das vielfach nicht einmal die Produktionskosten decke.

Damit steht die Branche vor einem bis dato kaum gekannten wirtschaftlichen Druck: Zwar war die Ernte mengenmäßig stark, doch aufgrund der Überversorgung bleiben große Mengen unverkauft oder müssen verschenkt bzw. für Biogasanlagen genutzt werden. Für die Landwirtinnen und Landwirte heißt das konkret: Anbauflächen werden reduziert oder Betriebe denken über Ausstiegsstrategien nach.

Christian Schridde kann nicht nachvollziehen, wieso es nach wie vor viele Kartoffeln aus dem Ausland in den Supermärkten zu kaufen gibt: "Da wir selber für die regionalen Supermärkte hier bei uns auch absacken und sie selber ausliefern, kann ich es manchmal nicht verstehen, warum wir ägyptische Kartoffeln im deutschen Supermarkt ganzjährig mittlerweile haben müssen." Der Markt ist laut ihm mittlerweile übersättigt. Auf die Politik ist er nicht gut zu sprechen: "Die deutschen Bauern will ja keiner mehr haben", so der 42-Jährige.


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