12.03.2019 - Eschenbach in der Oberpfalz - News Nr.: 15113
Ätzender Gestank sorgt für Evakuierung und stundenlangen Einsatz
29-jähriger bulgarischer Anwohner informierte über Vorfall in seinem Wohnanwesen – Beamte stellten bei Erkundung aggressiven Geruch und ätzenden Gestank fest – Direkt angrenzende Häuser ebenfalls evakuiert – 29 Bewohner aus insgesamt 18 Wohnungen betroffen – Substanz bis zum Abschluss des Einsatzes nicht identifiziert – Selbst Kampfmittelexperten der US-Armee im Einsatz

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Es ist 15:45 Uhr am Montagnachmittag (11.03.2019), als bei der Einsatzzentrale der Polizei in Regensburg ein Notruf aus Eschenbach in der Oberpfalz (Neustadt an der Waldnaab) eingeht. In schlechtem Deutsch erklärt ein 29-jähriger bulgarischer Anwohner den Beamten am Telefon, das in seinem Wohnanwesen am Stirnberg „etwas vorgefallen“ sei. Sofort entsandt die Zentrale eine Streife zur Wohnung des Mitteilers. Die Beamten machten geruchstechnisch eine grausige Entdeckung, denn die Luft war mit einem aggressiven Geruch bzw. ätzenden Gestank geschwängert.

Sofort leiteten die Beamten eine Evakuierung des Anwesens ein, um gesundheitliche Schäden bei den Bewohnern zu vermeiden. Insgesamt evakuierten die Streifenbesatzungen 18 Wohnungen aus dem Objekt und den angrenzenden Häusern. Glücklicherweise kamen die meisten der gemeldeten 29 Personen bei Verwandten und Bekannten unter. Die restlichen sechs Bewohner kamen in Obhut des benachbarten BRK Seniorenheims. Das BRK übernahm sowohl die Betreuung der Evakuierten, wie auch der Einsatzkräfte, die sich über sieben Stunden vor Ort befanden.

Glücklicherweise klagte bislang keine Person über gesundheitliche Probleme. Welcher Stoff in der Wohnung austrat, war bis zum Abschluss des Einsatzes nicht bekannt. Zur Findung dessen waren selbst Kampfmittel-Experten der US-Armee vor Ort. Jedoch gelang es sowohl diesen, als auch weiteren hinzugezogenen Spezialisten nicht, die Ursache des Geruchs zu identifizieren. Nach einem Telefonat mit Spezialisten aus München wurde die Einsatzstelle der Polizei übergeben. Die Sperrung für den Stirnberg wurde um 23:15 Uhr aufgehoben und das betreffende Anwesen versiegelt. Es darf bis zur Freigabe durch die Sicherheitsbehörden nicht betreten werden. Eine abschließende Prüfung erfolgt voraussichtlich im Laufe des Dienstags.

Update 12.03.2019: Nach einer Analyse des Bayerischen Landeskriminalamtes handelte es sich um Buttersäure, von der keine gesundheitliche Gefährdung ausgeht.


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