09.10.2018 - Georgensgmünd - News Nr.: 14246
Verrückt oder total cool: Bratwurst rundum erleben, statt nur verkosten
Von der kuriosen Idee zum kulinarischen Event – Erstes Bratwursthotel Deutschlands in Mittelfranken eröffnet – Bratwurst, wohin das Auge schaut in Form von Kissen, Seifen und auf der Tapete – „Du spinnst, so kannst du kein Zimmer tapezieren“ – „Wir sind hier angekommen, alles nur Bratwurst“ – Metzger verwirklicht mitten auf dem Land seinen Lebenstraum

© NEWS5 / Schmelzer

Von außen total unscheinbar wirkt das „Gasthaus Böbel“ in Rittersbach bei Georgensgmünd im Landkreis Roth in Mittelfranken. Doch was den Besucher nach Überschreiten der Schwelle in Deutschlands erstem Bratwursthotel erwartet ist einfach nur „verrückt“ oder „total cool“ zu nennen. Bratwurst wohin das Auge reicht und auch da, wo das Auge es auf keinen Fall erwartet, beispielsweise eine Bratwurst als Seife auf dem Waschbecken im Bad des Hotelzimmers. Skurrile Ideen gepaart mit einem gewissen Feingefühl und viel Liebe, sind die Grundlagen des außergewöhnlichen Projekts der Metzgersfamilie.

„Das ist sogar schon eine richtig verrückte Idee“, gibt sogar Inhaber Claus Böbel offen zu. Bereuen tut er es aber nicht, dass er seinen Traum von einem Bratwursthotel umgesetzt hat, denn jetzt ist es ein richtig cooles Hotel. „Ich will hier die Bratwurst erlebbar machen“, erklärt der Metzger und Gastronom. Eine Sache, die auf den ersten Blick vielleicht nicht realisierbar scheint, aber die Böbels haben es trotzdem geschafft. Mit Herzblut und Leidenschaft, haben sie das umgesetzt, was anfänglich niemand für möglich hielt. Inzwischen jedoch zeigt der Erfolg: Ja es ist möglich, ein verrücktes Themenhotel auf dem Land zu eröffnen.

Die meisten Dekoideen, die im Hotel umgesetzt wurden, wie zum Beispiel die Seife, welche optisch einem Stück Bratwurst gleicht oder die Fleischerhaken an der Garderobe, stammen von der Familie selbst. Den Rest der ungewöhnlichen Accessoires haben sie in Zusammenarbeit mit einer Architektin entwickelt. Herausgekommen ist dabei nicht nur eine Tapete, auf der alle Stadien der Bratwurst zu finden sind, sondern noch wesentlich mehr Gimiks, die der Besucher im ungewöhnlichsten Hotel der Region erkunden kann. Den Weg zum Zimmer weißt, wie soll es anders möglich sein, ein stumpfes Fleischermesser an der Wand.

Jedoch bereits der Weg dahin ist abenteuerlich. Denn die Stufen der Treppe ins erste Obergeschoss zieren die verschiedenen Varianten der fränkischen Bratwurst. Der erste Blick danach fällt auf einen offenen Raum, dessen grüne Wände diverse Schriftzüge zieren und dessen Bewacher in Form eines rosa Schweinchens in der Mitte thront. Hier besteht für jeden Besucher die Möglichkeit, sich mit einem Gästebucheintrag an der Wand zu verewigen. Danach führt der Weg über flauschige Teppiche, vorbei an der Bratwurstbar und an der Schweinchenvitrine weiter zu den sieben Zimmern, in denen insgesamt zwölf Personen nächtigen können. Wer jetzt noch nicht im Bratwurstfieber angelangt ist, den erwischt oder erschreckt es spätestens beim Betreten des Hotelzimmers. Zwar gleicht keines dem anderen, aber eines bleibt dank seiner markanten Bratwursttapete sofort in Erinnerung.

Seiner Aussage, „ich will Bratwurst erlebbar machen“, bleibt Böbel treu, denn nicht nur der Style des Hotels ist auf die fränkische Wurst ausgelegt, sondern auch das drumherum. So gibt es im Hotelrestaurant lediglich Gerichte, die mit der Bratwurst verbunden sind. Das Bratwurstschnitzel beispielsweise, besteht aus einer plattgeklopften Bratwurst, die anschließend paniert wird. Wem das allerdings noch nicht genug ist, der kann zusätzlich einen Gruppenbaustein „Wursterlebnis“ buchen, lernen wie ein Stück Schwein zur Wurst wird und diese schlussendlich auch selbst einfüllen und zubereiten. Ein Rundumerlebnis, das manchen noch im Schlafe nachgeht: „Gestern hat mir einer gesagt, er träumt von Wurstzipfelchen“. Kein Wunder, denn zum einen hängt eine eingeschweißte Bratwurst als Himmel über dem Bett und zum anderen gibt, es für jeden der hier übernachtet, noch eine spezielle Gute-Nacht-Geschichte zum Lesen.

Jedoch begeistert die mittelfränkische Kuriosität unter den Hotels nicht nur Gäste aus der Region, sondern aus ganz Deutschland und der Welt. Das Geheimnis dahinter – Nicht nur die Bratwurst an sich machen das Gasthaus einmalig, sondern eben auch die vielen liebevollen Details und die persönliche Betreuung der Besucher. „Was uns wichtig ist, dass wir uns selber um die Gäste kümmern können. Wir wollen selber vorbeischauen, selber „Guten Morgen“ sagen und die selber empfangen, dass das einfach ein familiäres Feeling hat“, das liegt gerade Ehefrau Monika am Herzen.


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