15.05.2018 - Wörth an der Donau - News Nr.: 13323
Fahrer gaffen unverschämt auf fünffachen Brummi-Unfall
Fünf Lastwagen verunglücken bei Massenunfall - Feuerwehr rettet eingeklemmten Verletzten aus Führerhaus - Lkw-Fahrer halten teilweise auf Gegenfahrbahn an, um zu gaffen - Polizei ruft Verstärkung und zieht Gaffer aus dem Verkehr (on tape)

© NEWS5 / Auer

Sie konnten es wieder nicht lassen. Nachdem sich auf der A3 auf Höhe der Ausfahrt Wörth und Wiesent (Lkr. Regensburg) ein schwerer Unfall mit fünf beteiligten Lastwagen ereignete, waren wieder Gaffer unterwegs. Unverschämt versuchten die Fahrzeuginsassen am Dienstagmorgen (15.05.2018) einen Blick auf die verunglückten Brummis zu erhaschen. Für einen hohen Preis. Einige Meter weiter wurde es dann nämlich teuer. Die Polizei zog nach der Unfallstelle zahlreiche Fahrzeuge aus dem Verkehr heraus. Nur dafür forderten die Beamten drei weitere Einsatzbusse an. 

Vorher kam es auf der Strecke zu einer Karambolage zwischen insgesamt fünf Lastwagen. Das hinterste der Fahrzeuge war seinem Vordermann aufgefahren und drückte diesen weiter auf einen dritten Lastwagen. Ein weiterer Truck sowie ein Muldenkipper waren zusätzlich am Unfall beteiligt. Einer der Fahrer wurde nach dem Aufprall eingeklemmt und musste von den Einsatzkräften der Feuerwehr aus seinem Brummi gerettet werden. Ein Rettungshubschrauber brachte den Schwerverletzten zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus. Bis auf das Baustellenfahrzeug wurden alle Trucks starkt beschädigt. Bei dem Unfall entstand ein Gesamtschaden von circa 175.000 Euro.

Die Gafferserie begann ein Lastwagenfahrer, welcher von der Gegenfahrbahn aus sein Handy zückte. Dass er dabei nicht nur sein eigenes Leben riskierte, sondern eventuell auch das der anderen Fahrzeuginsassen auf der Gegenfahrbahn, war dem Mann offenbar nicht bewusst. Kurz darauf wurde er von der Polizei kontrolliert gestoppt und kontrolliert. Jetzt droht ihm entweder ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen das Handyverbot oder eine Strafanzeige. "Das müssen wir erst im Nachhinein klären", so die Verkehrspolizei vor Ort.

Extra angeforderte Beamte sowie freiwerdende Kräfte wurden anschließend neben der Unfallstelle postiert, um den vorbeilaufenden Verkehr zu überwachen. "Wir warnen sie allerdings bevor sie vorbeifahren [...], keine Handy- oder Gafferfotos zu machen." erklärt Johann Datzer von der Verkehrspolizei in Regensburg. Fahrer, die das Geschehen trotzdem mit einem Smartphone filmten, winkten die Polizisten kurzerhand heraus und sanktionierten diese. Den Fahrern drohten Bußgelder, die sie teilweise vor Ort entrichten mussten. "Wenn er Verletzte gefilmt hätte, dann könnte es eine Straftat sein."


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