20.06.2026 - Bamberg - News Nr.: 42260
Blick von oben auf die Brandgefahr: Luftbeobachtungsflüge über Oberfranken bei Waldbrandgefahrenstufe 5
"Unsere Wälder in der Region sind schon vorgeschädigt" - Bilder aus dem Flugzeug - O-Ton mit Luftbeobachter Felix Reichelt im Flugzeug - Luftbeobachter entdecken am Sonntag beginnenden Waldbrand

© NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Aufgrund der anhaltenden Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 37 Grad und dauerhaftem Sonnenschein gilt in großen Teilen Oberfrankens aktuell die höchste Waldbrandgefahrenstufe fünf. Um potenzielle Brände frühestmöglich zu entdecken, ordnete die Regierung von Oberfranken Beobachtungsflüge der Luftrettungsstaffel Bayern an, bei denen auch der Bamberger Förster Felix Reichelt als Luftbeobachter im Einsatz ist. Zusammen mit Pilot Roland Lindner hielt er auf der Route "Oberfranken West" Ausschau nach Rauchentwicklungen und koordinierte den Funkverkehr mit der Leitstelle. „Je früher man einen Waldbrand erkennen kann und auch die Einsatzkräfte vor Ort erste Löschmaßnahmen durchführen, umso geringer sind die Schäden an den Waldflächen“, betont Reichelt die Wichtigkeit der Flüge bei der aktuell geringen Luftfeuchtigkeit. Aus der Luft bietet sich dem Experten zudem ein deutlicher Blick auf den Zustand der heimischen Natur, der die Ergebnisse der jüngsten Bundeswaldinventur spiegelt. Vor allem die Nadelholzbestände aus Kiefer und Fichte zeigen erhebliche Trockenheits- und Borkenkäferschäden, doch selbst stabilere Laubbaumbestände wie Buchen sind laut Reichelt bereits sichtlich geschwächt. Trotz der Anstrengung durch die Hitze und der nötigen Konzentration im Cockpit liefert der Flug wertvolle Erkenntnisse für die Forstverwaltung über die bekannten Reviergrenzen hinweg. Die aktuelle Extremsituation verdeutlicht für den Förster einmal mehr, dass schnelles Handeln im Ernstfall und langfristige Veränderungen Hand in Hand gehen müssen. „Unsere Wälder in der Region sind schon vorgeschädigt jetzt und werden natürlich im Klimawandel – der aktive Waldumbau in Richtung Laubmischwälder ist wichtiger denn je“, zieht Reichelt als Bilanz aus der Vogelperspektive.

Update vom Sonntag 21.06.2026

Auch am Sonntagnachmittag war die Luftrettungsstaffel zur Waldbrandbeobachtung am Himmel über Franken unterwegs. Diesmal konnten sie wohl auch schlimmeres verhindern. Gegen 17:30 Uhr entdeckte die Besatzung des Beobachtungsfluges eine Rauchsäule aus aus einem Waldstück bei Höchstadt (Lkr. Erlangen-Höchstadt).  In einem Waldstück östlich der Ortschaft Medbach konnte der Luftbeobachter einen beginnenden Waldbrand ausfindig machen. Umgehen wurde über Funk die Leitstelle informiert, welche die örtlichen Feuerwehren alarmiert hat. Bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte kreiste das Flugzeug über der Einsatzstelle und konnte so die Kräfte am Boden gezielt zum Brandort lotsen. 

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