Vor der Insel Poel laufen die Vorbereitungen zur Rettung des gestrandeten Wals Hope auf Hochtouren. Wie Einsatzleiter und Taucher-Chef Fred Babbel am Donnerstag (23.04.2026) mitteilte, kommt das Team bei der Freilegung eines Fahrwassers gut voran. Eine rund 40 Meter lange Strecke sei bereits ausgebaggert worden, weitere Arbeiten sollen bis Samstagmorgen abgeschlossen sein. „Wir sind jetzt eigentlich guter Hoffnung, dass wir morgen den ersten Stich dann ins Fahrwasser bekommen“, sagte Babbel. Ziel sei es, dem Tier ausreichend Raum zu verschaffen, um es anschließend kontrolliert in tiefere Gewässer zu bewegen. Dafür werde die Rinne auf bis zu 15 Meter verbreitert.
Die eigentliche Bergung könnte nach aktuellem Stand am Sonntag oder Montag erfolgen - abhängig von Wetter und Wasserstand. „Wir müssen gucken, dass wir einen normalen Wasserstand haben, nicht extrem niedrig“, so Babbel. Ein entscheidendes Element der Rettung ist ein speziell eingesetztes Netz, mit dem der Wal angehoben werden soll. Auf Gurte oder Seile werde bewusst verzichtet, um das Tier nicht zu verletzen. Ursprünglich war geplant, das Netz frühzeitig unter den Wal zu legen. Davon rückte das Team jedoch ab. „Wir wissen nicht, wie der Wal darauf reagiert“, erklärte Babbel. Stattdessen soll das Netz erst kurz vor der Bergung positioniert werden.
Parallel dazu wird das technische Konzept weiter überarbeitet. Dieses sei dem zuständigen Ministerium bereits vorgelegt worden, müsse aber noch nachgebessert werden. „Das macht man ja nun nicht alle Tage“, sagte Babbel mit Blick auf die komplexe Rettungsaktion. „Hier sind Leute am Werk, die ihr Equipment jeden Tag nutzen - aber einen Wal zu bergen, ist auch für uns Neuland.“
Unterstützung kommt von tierärztlicher Seite. Kirsten Tönnies, eine der beteiligten Tierärztinnen, verteidigte die Eingriffe in den Lebensraum als notwendig und verhältnismäßig: „Da ist nur Sand. Natürlich gibt es Kleinstlebewesen, aber im Vergleich zu dem, was wir sonst am Meeresboden machen, ist das absolut vertretbar." Zugleich betonte sie, dass der Schutz des Tieres oberste Priorität habe - auch wenn Eingriffe nicht völlig ohne Belastung bleiben: „Wenn es darum geht, ob das Tier lebt oder stirbt, muss man die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen sehen.“ Ziel sei es, dem Wal die bestmögliche Chance zu geben: „Er ist ein Tier, das leben will.“
Der Zustand des Wals wird derzeit als stabil eingeschätzt. Laut Tönnies reagiert das Tier aufmerksam auf Umweltreize und zeigt weiterhin Lebenswillen. Das Team vor Ort arbeitet unter Hochdruck daran, die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Rettung zu schaffen.
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