Seit Wochen fiebern die Deutschen mit Wal „Hope“ mit, der vor der Insel Poel gestrandet ist. Zwischenzeitlich wurden alle Rettungsversuche eingestellt - doch nun soll die Wende kommen. Umweltminister Till Backhaus bestätigte, dass seit gestern Abend ein neues, überarbeitetes Rettungskonzept vorliegt, das aus Sicht des Ministeriums umsetzbar und rechtlich nach dem Bundesnaturschutz- sowie Tierschutzgesetz zulässig ist.
Das Konzept sieht vor, den schwerkranken Wal mit Hilfe eines speziell entwickelten Luftkissensystems vorsichtig anzuheben - ein minimalinvasives Verfahren, das den bisherigen Ansatz mit Hebegurten ersetzt, um das Tier so wenig wie möglich zu belasten. Taucher sollen zunächst Wasser unter dem Tier freispülen, um Platz für das Luftkissen zu schaffen. Anschließend soll die Bergung langsam und kontrolliert beginnen. Das verantwortliche Unternehmen hat laut Ministerium die volle Verantwortung für die Umsetzung übernommen. Heute Abend sollen bereits erste vorbereitende Maßnahmen starten, darunter erneute Datenerhebungen durch Taucher. Morgen früh sollen die Ergebnisse ausgewertet und die Rettungsaktion konkret beginnen. Der geplante Transportweg soll, je nach Verlauf, bis in den Atlantik führen.
Backhaus betonte, das Land habe das Konzept sorgfältig geprüft und einstimmig innerhalb des Hauses gebilligt. Es gehe einzig darum, dem Tier zu helfen. Sollte die Aktion gelingen, wäre sie weltweit ein Novum: ein technisch und tierschutzrechtlich erprobtes System zur Rettung gestrandeter Wale. Zugleich kündigte Backhaus an, das Thema auf die Tagesordnung der Umweltministerkonferenz Anfang Mai zu setzen, um künftig eine bundesweite Koordination solcher Einsätze zu ermöglichen.
Unsere Informationsquellen: