Das Schicksal des Buckelwals, der seit fast zwei Wochen auf einer Sandbank vor der Insel Poel feststeckt, bewegt nicht nur die Menschen vor Ort, sondern ruft nun auch die Tierschutzorganisation PETA mit deutlichen Forderungen auf den Plan. Während Experten des Meeresmuseums Stralsund den Zustand des Tieres als „im Sterben liegend“ einordnen, kritisiert PETA die politischen Rahmenbedingungen in der Ostsee scharf.
„Timmy ist auf jeden Fall ein Symbol dafür, wie wir mit der Natur umgehen“, erklärt eine Dr. Tanja Breinig von PETA. Die Organisation sieht in dem Drama eine direkte Folge menschlichen Handelns. „Wir haben seinen Lebensraum quasi fast zerstört – und wir sehen jetzt die Folgen.“ Insbesondere die Gefahr durch Stellnetze steht im Fokus der Kritik: „Die Politik ist gefordert, hier die Netzfallen abzubauen. Die Ostsee ist eine Riesenfalle für Meerestiere.“ Da sich der Wal bereits Anfang März in Netzen verfangen hatte, die vermutlich zu seiner Schwächung beitrugen, sieht PETA hier dringenden Handlungsbedarf.
Bezüglich der aktuellen Rettungsbemühungen äußert sich die Organisation jedoch realistisch und warnt vor blindem Aktionismus. „Eine Rettung um jeden Preis würde dem Tier möglicherweise mehr Leid zufügen als Gutes tun“, heißt es in dem Statement. Man müsse akzeptieren, dass für „Timmy“ die Hilfe vermutlich zu spät komme, doch sein Schicksal müsse als Weckruf dienen. „Timmy ist jetzt die Möglichkeit und die Chance für uns, hier endlich Maßnahmen zu ergreifen. Für ihn sehen wir leider keine Chance mehr, aber wir sehen eine richtige Chance, jetzt andere Meeressäuger zu retten.“
PETA verknüpft das traurige Ereignis mit einem Appell an die Gesellschaft und die Politik: „Sein extrem trauriges Schicksal ist ein Appell an uns alle, hier etwas zu verändern.“ Ziel müsse es sein, die Ostsee durch besseren Schutz und das Entfernen von Gefahrenquellen wieder zu einem sichereren Lebensraum zu machen, damit Tragödien wie diese in Zukunft verhindert werden können.
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