Der vor der Insel Poel im Landkreis Nordwestmecklenburg gestrandete Buckelwal liegt auch am Sonntag (12.04.2026) weiter in der Bucht. Trotz weiterhin sichtbarer Lebenszeichen sehen Fachleute nach wie vor kaum Chancen auf eine Rettung. Weitere Maßnahmen zur Bergung sind aktuell nicht vorgesehen. Das Tier gilt als schwer geschwächt und krank.
Umweltminister Till Backhaus erklärte am Sonntag, der Wal lebe zwar noch, sei jedoch deutlich geschwächt. Ein zuletzt durchgeführter Versuch, das Tier mit Unterwasserlauten zur Bewegung zu bringen, habe keinen Erfolg gezeigt. Externe Experten aus dem In- und Ausland bestätigten diese Einschätzung. Eine Rückführung ins offene Meer sei demnach nicht realistisch.
Am späten Nachmittag kam es vor Ort zu einem Zwischenfall: Eine 58-jährige Frau aus München schwamm in Richtung des Wals. Nach eigenen Angaben handelt es sich bei ihr um eine Klimaaktivistin und Tierschützerin, die gezielt Aufmerksamkeit für das Tier erzeugen wollte. Sie gelangte in den abgesperrten Bereich, indem sie von einer Fähre ins Wasser sprang, und näherte sich dem Buckelwal bis auf etwa drei Meter.
Einsatzkräfte der Polizei griffen ein und holten die Frau aus dem Wasser. Es handelt sich laut Polizei nicht um dieselbe Person, die bereits am Samstag ins Wasser gegangen war. Die Beamten warnen vor solchen gefährlichen Aktionen. Die Frau war in den rund 500 Meter großen Sperrbereich eingedrungen. Neben den niedrigen Temperaturen stelle auch der Schiffsverkehr in der Fahrrinne eine erhebliche Gefahr dar. Die Personalien wurden aufgenommen, eine Anzeige wird geprüft.
Die Anteilnahme rund um den gestrandeten Wal bleibt unterdessen groß. Bereits am Samstag hatten zahlreiche Menschen in Wismar demonstriert und weitere Maßnahmen gefordert. Experten halten jedoch an ihrer Einschätzung fest: Der Gesundheitszustand des Tieres lasse eine Rettung nicht mehr zu.
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