05.04.2026 - Insel Poel - News Nr.: 41458
Minister Backhaus äußert sich zu Robert Marc Lehmann: Experten begutachten den Meeressäuger im Wasser
"Wenn Robert Marc Lehmann es ernst meint, kommt er jetzt her!", sagt Backhaus ausdrücklich - Entscheidung über Walbergung bis Dienstag - Rettungsboot am Wal

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Im Ringen um das Leben des vor der Insel Poel gestrandeten Buckelwals hat Umweltminister Till Backhaus am Ostersonntag (05.05.2026) weitere Schritte angekündigt. Der Minister möchte nun gezielt Proben sowie wichtige Daten wie die Körpertemperatur des Tieres sammeln, um diese differenziert analysieren zu lassen. Am unverändert schlechten Gesundheitszustand des festsitzenden Meeressäugers hat sich unterdessen bedauerlicherweise nichts gebessert. Bis voraussichtlich Dienstag soll auf Basis der neu gesammelten Informationen ein umfassendes Gutachten von Fachleuten vorliegen. Derzeit stehen in den Diskussionen alle Optionen offen, was sowohl eine mögliche lebende Bergung als auch das Vorgehen im Falle eines Verendens einschließt. Zwar betonte Backhaus, dass dieser Ozeanriese grundsätzlich nicht in das Ökosystem der flachen Ostsee gehöre, doch solange das Tier kämpfe, sehe er sich in der Pflicht, sich dafür einzusetzen. Gleichzeitig unterstrich er jedoch deutlich, dass jegliche Maßnahmen streng im Rahmen der geltenden Tierschutzgesetze abgewogen werden müssen. Die in der Öffentlichkeit laut gewordenen Vorwürfe, die Behörden würden angesichts der Tragödie tatenlos zusehen, wies der Minister entschieden zurück. Stattdessen appellierte er eindringlich an alle, dem geschwächten Wal nun absolute Ruhe zu gewähren. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Spezialisten vor Ort ungestört arbeiten und die besten Entscheidungen für das weitere Vorgehen treffen können. Gegen 13:45 Uhr steuerten Experten auf einem Schlauchboot erneut zum Wal, um seine Lage aus der Nähe zu begutachten. 

Zwischen dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann und Minister Backhaus ist unterdessen ein öffentlicher Disput über mögliche Hilfsmaßnahmen entbrannt. In einer aktuellen Instagram-Story erklärte Lehmann, er habe nach einer Einladung zunächst um ein Online-Meeting mit den Experten vor Ort gebeten, welches jedoch nicht stattgefunden habe. Zudem kritisierte er, dass seine konkreten Ideen, wie etwa eine Untersuchung des Mauls auf Geisternetze, ignoriert worden seien und sein Ansatz, zu dem Tier zu tauchen, keine Unterstützung finde. Für einen Einsatz fordere er neben einem Vertrauensverhältnis auch absolute Rechtssicherheit durch die lokalen Fachstellen, weshalb ihm die bloße Zusage des Ministers nicht ausreiche. Till Backhaus wies die Vorwürfe, Informationen zurückgehalten zu haben, entschieden zurück und erklärte, Lehmann habe den Einsatz seinerseits abgelehnt. Der Minister betonte nochmals, dass der Meeresbiolohe sowohl die geforderte Rechtssicherheit als auch nötige Ressourcen wie Boote erhalten würde, da man ihn ausdrücklich vor Ort haben wolle. Backhaus beendete die Diskussion mit einem klaren Appell in Richtung Lehmann: „Wenn er es ernst meint, möge er mich kontaktieren.“

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