Gegen 13 Uhr haben die Organisationen vor Ort eine Pressekonferenz über die Situation des aufliegenden Buckelwals in der Ostsee angekündigt. Darunter informierten Dr. Till Backhaus, Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt in Mecklenburg-Vorpommern, sowie Sprecher der Organisation Greenpeace und des Deutschen Meeresmuseums über das weitere Vorgehen.
Backhaus eröffnete die Pressekonferenz und zeigte ausdrücklich sein Mitgefühl für den Wal: "Ich habe ganz hohen Respekt an den Wal". In seinem Pressestatement äußerte er ebenfalls, dass er nach den turbulenten Tagen in der Situation mit Robert Marc Lehmann erneut den Kontakt zum Meeresbiologen suchte und sich mit ihm besprach. "Die Darstellung von Robert Marc Lehmann nehme ich zutiefst ernst", macht er deutlich. Heute Abend wird der Minister mit Lehmann weiteren Kontakt pflegen. Er sucht aktiv nach Verbesserungsvorschlägen.
Die Meeresbiologin Franziska Saalmann von Greenpeace informierte über die aktuelle Lage des Buckelwals: "Wir mussten feststellen, dass der Wal nach wie vor fast an genau der gleichen Stelle und Position liegt." Auch auf die Animierungsversuche der Helfer reagierte der Wal nicht. "Er atmet in recht regelmäßigen Abständen weiter, aber er wirkt doch schwächer. Er vokalisiert nicht mehr, er macht keine Töne mehr.", erzählt Saalmann weiter. "Wir mussten feststellen, dass es sich auf jeden Fall nicht verbessert hat, sondern eher im Gegenteil."
Prof. Dr. Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums stellte klar, was die Rolle des Museums in dieser Operation ist: "Wir sind eine Institution, die hier seit ganz vielen Jahren die Monitoring von Tieren macht. Das sind zum Teil lebende Tiere. [...] Wir sind eine Meeresschutzorganisation in dem Sinne, die aber wissenschaftlich das Ganze begleitet. Und die wissenschaftliche Korrektheit steht ganz vorne. Das heißt also, wir werden alles tun, um auch diesem Tier zu helfen", schildert er. Über die Situation des Buckelwals denkt der Wissenschaftler ausgiebig nach. So glaubt er fest daran, dass die Rettungsaktion gelingen wird und heute ein entscheidender Tag wird. Allerdings ist er sich auch der Gegenseite sehr bewusst: "Wir müssen erkennen, dass wenn Tier sich nicht bewegt, weitere Optionen überlegen." Er stellte zudem klar, dass sein Team Robert Marc Lehmann nicht ausgeschlossen haben. Das Team, mit dem Lehmann in Niendorf unterwegs war, war unter Absprache mit den Verantwortlichen in Schleswig-Holstein geregelt. Nachdem der Wal erneut in Richtung Wismar schwomm, ist das Meeresmuseum im Land Mecklenburg Vorpommern, mitunter Baschek involviert.
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