Der seit Montag vor Niendorf auf einer Sandbank gestrandete Buckelwal hat sich in der Nacht zum Freitag aus eigener Kraft befreit. Nachdem Rettungskräfte eine tiefe Rinne gegraben hatten, reichte dem Tier der Wasseranstieg in der Nacht auf Freitag (27.03.2026) um einen halben Meter, um wieder in tiefere Gewässer zu gelangen. Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke zeigte sich am Morgen enorm erleichtert über den Erfolg der gemeinschaftlichen Rettungsaktion und betonte: "Ich bin im Moment einfach nur froh, dass der Wal erst mal befreit ist." Unbestätigten Meldungen zufolge wurde der Wal bereits im Hafenbecken von Scharbeutz gesichtet, während Drohnen und zwei Boote der Polizei aktuell die Küste nach ihm absuchen. Meeresbiologe Robert Marc Lehmann dämpfte allerdings die aufkommende Euphorie und verwies eindringlich auf den kritischen Gesundheitszustand des großen Meeressäugers. Der Wal leidet unter sichtbaren Hauterkrankungen durch das zu süße Ostseewasser und hat zudem Reste eines Geisternetzes im Maul. Mit Blick auf die Zukunft merkte Lehmann daher treffend an: "Das Schönste wäre, wenn wir ihn nie wieder sehen." Auch Dr. Stephanie Groß vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung erklärte, dass der weitere Verlauf völlig ungewiss sei und das geschwächte Tier in den kommenden Wochen erneut stranden könnte. Ein Peilsender zur Nachverfolgung konnte dem Wal wegen seiner stark geschädigten Hautstruktur leider nicht angelegt werden. Ziel der Einsatzkräfte ist es nun, das Tier nach einer gesicherten Sichtung schützend zu begleiten und ihm den rettenden Weg zurück in die Nordsee zu weisen.
Unsere Informationsquellen: