In der Silvesternacht von Mittwoch (31.12.2025) auf Donnerstag (01.01.2026) ist es im Hamburger Stadtteil Steilshoop zu schweren Ausschreitungen gekommen. Mehrere Personengruppen attackierten Einsatzkräfte der Polizei gezielt mit Feuerwerkskörpern. Dabei wurden nach ersten Angaben auch unbeteiligte Passanten mit Böllern beworfen.
Anlässlich der Feierlichkeiten zum Jahreswechsel 2025/2026 war die Polizei Hamburg mit einem starken Kräfteaufgebot im Einsatz. Auf Basis der bislang vorliegenden Erkenntnisse bilanziert die Polizei insgesamt einen „weitestgehend silvestertypischen Einsatzverlauf“, insbesondere in Steilshoop seien im Verlauf des Abends zeitweise jedoch „umfangreichere Interventionsmaßnahmen erforderlich“ gewesen.
Die Polizei reagierte mit einem Großeinsatz und zog Kräfte zusammen. Um sich vor den Würfen zu schützen, setzten die Beamten Schutzhelme auf. Zeitweise entwickelte sich ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Jugendgruppen und den Einsatzkräften. Auch zwei Wasserwerfer und ein Polizeiräumpanzer sind vor Ort.
Am Abend zog die Polizei in Steilshoop Kräfte zusammen. Hintergrund waren mehrere, teils größere Personengruppen im Bereich Fehlinghöhe, Gropiusring und Schreyerring. Dort wurden nach Polizeiangaben Feuerwerkskörper auf Passanten, Einsatzkräfte und Wohnhäuser geworfen oder in deren Richtung geschossen. Durch das Einschreiten der Polizei beruhigte sich die Lage. Mehrere Personen wurden kontrolliert, erhielten Platzverweise oder wurden in Gewahrsam genommen beziehungsweise festgenommen.
Polizeipressesprecher Florian Abbenseth erklärte: „Unser Einsatzkonzept ist voll aufgegangen. Die umfangreichen Maßnahmen an den beliebten Silvester-Hotspots der Stadt haben tausenden Menschen wieder einen sicheren Jahreswechsel ermöglicht.“ Mit Blick auf Steilshoop betonte er zudem: „Zur Gewährleistung der Sicherheit aller haben wir insbesondere in Steilshoop unsere Präsenz am späteren Abend lagebedingt intensiviert. Dort war wegen etlicher Krawallmacher und deren unsachgemäßem Umgang mit Feuerwerkskörpern auch ein robusteres Einschreiten der Einsatzkräfte erforderlich.“
Mindestens ein Polizeibeamter wurde bei den Angriffen verletzt. Zudem mussten Einsatzkräfte der Polizei während des Einsatzes auch einen Balkonbrand löschen. Mehrere Personen wurden vorläufig festgenommen. Bei den Festnahmen kam es laut ersten Informationen zu Widerstandshandlungen. Ob es weitere Verletzte gab, war zunächst unklar. Offizielle Zahlen dazu, wie viele Einsatzkräfte verletzt wurden, lagen in der Nacht zunächst nicht vor.
Bereits gegen 3 Uhr startete die Stadtreinigung Hamburg mit den großen Aufräumarbeiten – begonnen wurde an den Hamburger Landungsbrücken. Kay Goetze, Pressesprecher der Stadtreinigung Hamburg, sagte, man starte nach den größten Feierlichkeiten, um „alles wieder auf Vordermann zu bringen“. Dafür seien seit kurz nach Mitternacht rund 80 Mitarbeitende mit etwa 35 Fahrzeugen im Einsatz – von Kehrmaschinen bis zu Presswagen und Lkw. Die Neujahrsreinigung sei wegen Böllermülls, möglicher Glutreste und vieler Glasscherben „noch mal was anderes“ als andere Großveranstaltungen. Geplant sei, bis zum späten Vormittag fertig zu sein – „gegen neun oder 10 Uhr“ auch auf der Reeperbahn. Gegen 6 Uhr sollte die Reeperbahn bereits wieder besenrein gemacht werden.
Auch die Feuerwehr Hamburg war in der Silvesternacht im Dauereinsatz. Neben diversen Kleinbränden mussten auch größere Brände gelöscht werden. Am Kalkreuthweg Ecke Osdorfer Weg geriet ein Bürogebäude in Brand – mutmaßlich ausgelöst durch Pyrotechnik. Das Feuer soll zunächst im Bereich der Außenfassade entstanden und anschließend schnell in den kleinen Dachstuhl gezogen sein. Beim Eintreffen der Feuerwehr stand der betroffene Bereich bereits in Vollbrand. Personen befanden sich nach ersten Erkenntnissen nicht im Gebäude.
In der Virchowstraße brannte bei Eintreffen der Einsatzkräfte ein Balkon im Erdgeschoss in voller Ausdehnung, die Flammen griffen auf ein Zimmer beziehungsweise das Wohnzimmer über. Eine Person konnte sich selbstständig über das Treppenhaus ins Freie retten, vier weitere wurden durch die Feuerwehr gerettet. An der Einsatzstelle wurden nach bisherigen Erkenntnissen insgesamt acht Menschen verletzt – alle als leicht verletzt („grün“) eingestuft, darunter drei Kleinkinder. Ein Transport in ein Krankenhaus war nach aktuellem Stand nicht erforderlich.
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