Am Dienstagvormittag (30.06.2026), dem Tag nach den tödlichen Schüssen in Stade, hat die Polizei in einem neuen Pressestatement weitere Details zum Ablauf und den Hintergründen des Verbrechens bekannt gegeben. Bei der Tat in einem Gebäude in der Dancerstraße starben insgesamt sechs Erwachsene – vier Frauen und zwei Männer. Nach Angaben der Polizei handelte es sich bei den Opfern nicht um Bewohner der Einrichtung, sondern um Personen, die sich im Rahmen eines beruflichen Kontextes zu einem geplanten Termin vor Ort aufhielten.
Der mutmaßliche Schütze konnte kurz nach der Tat nach einer Flucht im Auto festgenommen werden. Es handelt sich um einen 45-jährigen, in Deutschland geborenen türkischen Staatsbürger, der aus dem Raum Hannover stammt. Als Hintergrund der Tat vermuten die Ermittler eine Familienangelegenheit, konkret geht es nach ersten Erkenntnissen wohl im weitesten Sinne um Sorgerechtsstreitigkeiten. Detaillierte Angaben zur Tatwaffe machte die Polizei weiterhin nicht.
Nachdem am Montagmittag Notrufe wegen Schüssen eingegangen waren, rückten die Einsatzkräfte der nahegelegenen Dienststelle sofort aus. Am Tatort stießen sie in dem Gebäude auf vier bereits verstorbene Personen. Eine weitere verstarb trotz Reanimationsversuchen noch vor Ort, das sechste Opfer erlag den schweren Verletzungen wenig später im Krankenhaus.
Der mutmaßliche Täter flüchtete in einem Auto, das von einer 65-jährigen Frau gesteuert wurde. Das Alter der Fahrerin wurde im Vergleich zu ersten Meldungen nach oben korrigiert. Sie stand nach aktuellem Ermittlungsstand in einem losen Bekannten-, Freundschafts- oder Verwandtschaftsverhältnis zu dem 45-Jährigen. Während der Verfolgung gaben Polizeikräfte Schüsse auf das Fluchtfahrzeug ab, woraufhin der Wagen mit einem platten Reifen gestoppt und der Schütze festgenommen werden konnte. Ein Video dieser Festnahme kursiert derzeit im Internet.
Der Tatort bleibt auch am Dienstag großräumig abgesperrt. Für die akribische Kriminaltechnik und Spurensicherung wurden Spezialisten aus anderen Teilen Niedersachsens hinzugezogen; die Maßnahmen werden voraussichtlich noch den gesamten Tag andauern.
Da das Antreffen von sechs Toten eine extreme Belastung darstellt, hat die Polizei für die betroffenen Einsatzkräfte der Erstwelle bereits eine interne psychosoziale Betreuung durch speziell ausgebildete Kräfte initiiert. Auch Zeugen, die unter dem Eindruck des Geschehenen stehen, werden medizinisch und psychologisch betreut.
In der Nähe des Tatorts wurden derweil Kerzen und Blumen niedergelegt, um der Opfer zu gedenken.
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