27.09.2026 - Würzburg - News Nr.: 43351
Großübung im Katzenbergtunnel auf der A3: Rund 200 Einsatzkräfte proben den Ernstfall
Komplexe Übung im Tunnel - Einsätze auf über 500 Metern Tunnellänge - Zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort - A3 über Stunden gesperrt

© NEWS5 / Pascal Höfig

Rund 200 Einsatzkräfte haben am Samstagabend (26.09.2026) im Katzenbergtunnel auf der A3 bei Würzburg  einen komplexen Schadensfall unter realitätsnahen Bedingungen geübt. Ziel der groß angelegten Übung war es, die Zusammenarbeit der beteiligten Organisationen bei einem schweren Unfallgeschehen im Tunnel zu trainieren. Das Übungsszenario war den Einsatzkräften im Vorfeld nicht bekannt. Angenommen wurde ein Auffahrunfall mit einem Lastkraftwagen und anschließender Rauchentwicklung in der rund 570 Meter langen Nordröhre des Katzenbergtunnels in Fahrtrichtung Frankfurt. Im weiteren Verlauf ereigneten sich mehrere Verkehrsunfälle mit einem Motorrad, drei Pkw und einem Kleintransporter. Zusätzlich wurde der Austritt von Pflanzenschutzmittel aus einem beschädigten Transportbehälter simuliert.

Insgesamt wurden sieben verletzte Personen dargestellt. Dazu gehörten unter anderem zwei Personen, die aus einem Pkw gerettet werden mussten, sowie ein unter einem Fahrzeug eingeklemmter Motorradfahrer. Weitere Verletzte befanden sich an unterschiedlichen Einsatzstellen innerhalb des Tunnels. Zu den Schwerpunkten der Übung gehörten die technische Rettung, die medizinische Versorgung der Verletzten, die Abwehr von Gefahrstoffen sowie die Erkundung und Absicherung mehrerer Einsatzstellen. Gleichzeitig wurde die koordinierte Einsatzführung über die gesamte Tunnellänge trainiert.

Beteiligt waren rund 83 Einsatzkräfte der Feuerwehr. Zum Einsatz kamen die Berufsfeuerwehr Würzburg, mehrere Löschzüge der Freiwilligen sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus Rottenbauer, Reichenberg und Randersacker. Der Rettungsdienst war mit rund 50 Einsatzkräften vertreten, darunter Einsatzleiter, drei Notärzte und mehrere Rettungswagen. Hinzu kamen 21 Einsatzkräfte der Polizei mit sechs Streifensowie 33 Mitarbeitende der Autobahn GmbH. Die Koordination der verschiedenen Einsatzbereiche erfolgte unter Einbindung der Integrierten Leitstelle Würzburg.

Für die Übung wurde die A3 zwischen den Anschlussstellen Heidingsfeld und Randersacker ab 21 Uhr für mehrere Stunden vollständig gesperrt. Die Sperrung betraf die Fahrtrichtung Frankfurt und war für die Durchführung des realitätsnahen Einsatzszenarios erforderlich. Trotz der nächtlichen Sperrung kam es nach Angaben der Verantwortlichen auf den eingerichteten Umleitungsstrecken zu keinen größeren Verkehrsbehinderungen. Neben der Bewältigung des angenommenen Schadensfalls stand vor allem die organisationsübergreifende Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Kommunikation, Einsatzführung sowie die technischen und medizinischen Abläufe sollten unter möglichst realistischen Bedingungen erprobt und anschließend gemeinsam ausgewertet werden.

„Gerade bei einem komplexen Schadensereignis in einem Tunnel müssen zahlreiche Einsatzkräfte und Organisationen eng zusammenarbeiten. Die Übung bietet die Möglichkeit, Abläufe unter realitätsnahen Bedingungen zu überprüfen und wichtige Erkenntnisse für einen möglichen Ernstfall zu gewinnen“, so Mark Berninger, Brandoberinspektor und Pressesprecher der Feuerwehr Würzburg. Mit der groß angelegten Übung konnten damit die Abläufe bei einem möglichen schweren Ereignis im Katzenbergtunnel gemeinsam trainiert und die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei, Autobahn GmbH und Leitstelle erprobt werden.

Für den Katzenbergtunnel an der A3 ist die einschlägige EU-Regelung die Richtlinie 2004/54/EG über Mindestanforderungen an die Sicherheit von Tunneln im transeuropäischen Straßennetz. Sie gilt für Tunnel des transeuropäischen Straßennetzes mit einer Länge von mehr als 500 Metern – der Katzenbergtunnel mit rund 570 Metern fällt damit grundsätzlich in den Anwendungsbereich.

Unsere Informationsquellen:

  • Reporter vor Ort
  • Pressestelle Feuerwehr

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