04.09.2026 - Leuna - News Nr.: 43147
Kanzlerbesuch im Chemiepark Leuna: Merz warnt vor AfD-Erfolg bei Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Wahlkampfauftritt mit Sven Schulze findet weitgehend hinter verschlossenen Türen statt - Kritik an fehlendem Bürgerdialog und Verzicht auf Pressefragen

© NEWS5 / Eric Deyerler

Bundeskanzler Friedrich Merz hat am Donnerstag (03.09.2026) kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt den traditionsreichen Chemiepark Leuna besucht. Gemeinsam mit Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze besichtigte er das Werksgelände der InfraLeuna und tauschte sich mit Vertretern der Wirtschaft aus. Im Zentrum des Termins stand eine deutliche Warnung vor den wirtschaftlichen Risiken eines starken Abschneidens der AfD. Merz betonte, dass Industriestandorte wie Leuna existenziell auf verlässliche Rahmenbedingungen und die Einbindung in den europäischen Binnenmarkt angewiesen seien. Ein isolationistischer Kurs gefährde nach seinen Worten künftige Großinvestitionen sowie tausende Arbeitsplätze in der ostdeutschen Chemiebranche. Der Wahlkampfauftritt fand allerdings weitgehend hinter verschlossenen Türen und abseits einer breiten Öffentlichkeit statt. Direkte Bürgerbegegnungen auf offenen Plätzen mied der Kanzler erneut, und auch bei dem anschließenden Pressestatement waren keine Fragen zugelassen. Unter Beschäftigten am Standort und Vertretern der Gewerkschaft IGBCE stieß dieses Vorgehen auf vernehmliche Kritik. Viele Arbeitnehmer vermissten angesichts anhaltend hoher Energiekosten und drohender Werksschließungen konkrete Lösungsansätze der Bundespolitik. Mit dem Vor-Ort-Termin wollte die CDU im Endspurt vor dem Urnengang am Sonntag dennoch ein deutliches Signal für industrielle Standortsicherheit setzen.

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