01.09.2026 - Ochsenfurt - News Nr.: 43107
Südzucker läuft Sturm gegen geplante Zuckersteuer: Reine Kassen-Finanzierung statt Gesundheitsschutz
Europaweit größter Zuckerhersteller "Südzucker AG" warnt vor Steuerplänen - „Es ist eine Art Strafsteuer, eine Lenkungssteuer, die nicht sachorientiert ist“ - Südzucker rechnet mit Minus von 200.000 Tonnen - „Es ist eben nicht der Gesundheitsaspekt, sondern es ist eine fiskalische Maßnahme“

© NEWS5 / Pascal Höfig

Die Südzucker AG hat die politischen Pläne zur Einführung einer Zuckersteuer scharf kritisiert und vor gravierenden Folgen für die heimische Produktion gewarnt. Sollte sich die Politik am britischen Modell orientieren, rechnet der Konzern mit einem deutschlandweiten Nachfragerückgang von gut 200.000 Tonnen Zucker, was der gesamten Jahresmenge einer mittelgroßen Fabrik entspricht. „Es ist eine Art Strafsteuer, eine Lenkungssteuer, wie sie im Grunde im Lebensmittelmarkt erstmalig eingeführt werden würde“, betonte Dr. Wolfgang Kraus, Direktor der Unternehmenskommunikation bei Südzucker. Er stellte klar, dass es sich nicht um eine gesundheitliche Maßnahme handele, sondern um ein rein fiskalisches Instrument zur Gegenfinanzierung von Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung. Zudem verwies Kraus auf Daten aus über 100 Ländern, wonach sich kein statistischer Zusammenhang zwischen einer solchen Steuer und dem Rückgang von Übergewicht belegen lasse. Auch für traditionelle Verarbeitungsstandorte wie das fränkische Werk in Ochsenfurt schaffen die aktuellen Debatten erhebliche Unsicherheiten bei der künftigen Auslastung. „Wir produzieren so viel Zucker, wie der Markt benötigt, und wenn der Markt weniger benötigt, werden wir auch weniger produzieren“, kündigte Kraus mit Blick auf die Mengen an. Die diskutierten Pläne sehen eine gestaffelte Herstellerabgabe auf Erfrischungsgetränke vor, bei der ab bestimmten Schwellenwerten beim Zuckergehalt eine Sonderabgabe pro Liter fällig wird. Dieser Mechanismus soll die Getränkeindustrie dazu bewegen, Rezepturen zu verändern oder vermehrt auf künstliche Süßstoffe auszuweichen. Südzucker fordert von der Politik stattdessen eine sachorientierte Debatte und setzt im Kampf gegen Übergewicht auf mehr Aufklärung über Kalorienaufnahme und Bewegung, anstatt einzelne Lebensmittelzutaten staatlich zu besteuern.

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