Ein erst im Mai eröffnetes Hotel im Harburger Binnenhafen wird ab September vollständig als Unterkunft für rund 340 Geflüchtete aus der Ukraine genutzt. Nach Plänen der Hamburger Sozialbehörde sind alternative Kapazitäten nötig, da im Bezirk Harburg drei bisherige Großunterkünfte mit insgesamt 1.700 Plätzen schrittweise geschlossen werden. Das modern ausgestattete „niu Quay-Hotel“ mit 150 Zimmern und 20 Apartments stellt dafür seinen regulären Hotelbetrieb mit sofortiger Wirkung ein. Die Umnutzung der Anlage stößt in der Harburger Bezirkspolitik jedoch auf massiven Widerstand. Der Harburger CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Bliefernicht übte deutliche Kritik an der Sozialbehörde und erklärte, viele Bürgerinnen und Bürger vor Ort fühlten sich durch das Vorgehen vor den Kopf gestoßen. Zwar räumte Bliefernicht ein, dass Wohnraum für Geflüchtete weiterhin gebraucht werde, warnte jedoch vor den spürbaren Folgen für das direkte Umfeld. Nach Ansicht des CDU-Politikers sei das Ausbleiben regulärer Gäste eine schlechte Nachricht für die Gastronomie, die Läden und die gesamte Entwicklung des Binnenhafenquartiers. Neben den befürchteten wirtschaftlichen Einbußen rügte die Lokalpolitik zudem, dass die Bezirksversammlung im Vorfeld nicht ordnungsgemäß an dem Beschluss beteiligt worden sei. Die Sozialbehörde setzt mit dem Hotelstandort hingegen auf eine adäquate Unterbringungsmöglichkeit, um beengte Standorte wie an der Fegro-Halle und am Schwarzenbergplatz planmäßig aufgeben zu können. Während reguläre Buchungen ab Dienstag gesperrt sind, sollen die ersten Menschen aus dem Kriegsgebiet das Gebäude in Kürze beziehen.
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