Einsatzkräfte der Feuerwehr haben am Dienstagabend (25.8,26) bei der Firma BGH Edelstahl GmbH auf der Gleisstraße eine Großübung durchgeführt und dabei den Ernstfall geprobt. Kurz nach 18:30 Uhr wurden die ortsansässige Feuerwehr Lugau sowie der 4. Gefahrgutzug des Erzgebirgskreises – mit den Feuerwehren Oelsnitz, Thalheim, Zwönitz und Gablenz sowie dem ABC-Fachberater und dem diensthabenden Kreisbrandmeister – zu dem simulierten Szenario nach Lugau alarmiert. Die (fiktive) Erstmeldung lautete: Betriebsunfall mit zwei Verletzten sowie austretender Flusssäure.
Wie Daniel Seltmann, Zugführer des 4. Gefahrgutzuges des Erzgebirgskreises, berichtet, führte die zuerst eintreffende Feuerwehr Lugau eine erste Lageerkundung am fingierten Einsatzort sowie Absicherungsmaßnahmen durch. Nachgestellt wurde ein Betriebsunfall mit einem Gabelstapler und drei IPPC-Behältern, von denen zwei leckgeschlagen waren – ausgetreten wäre demnach ein Gemisch aus Fluss- und Salpetersäure sowie Natronlauge.
Der Übungsort wurde weiträumig abgesperrt. Anschließend betraten Einsatzkräfte in Chemikalienschutzanzügen den simulierten Gefahrenbereich und verschlossen die leckgeschlagenen Behälter, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Danach durchliefen die eingesetzten Kräfte zur Übung eine Dekontaminationsdusche. Die beiden gestellten „Verletzten" konnten im Rahmen der Übung erfolgreich gerettet werden.
Im Anschluss zogen die Beteiligten gemeinsam Bilanz. Seltmann äußerte sich zufrieden: „Die Rettungskette hat sehr gut funktioniert und auch die Kommunikation unter den Führungskräften sowie mit dem Betrieb war erfolgreich."
Der Stahlhersteller beschäftigt insgesamt 220 Mitarbeiter. Da für die Stahlverarbeitung und Drahtvorbereitung zahlreiche Säuren gelagert und transportiert werden, ist für einen Betrieb dieser Größenordnung eine jährliche Übung von Mitarbeitern und Einsatzkräften gesetzlich vorgeschrieben.
Insgesamt waren 74 Einsatzkräfte der Feuerwehren Lugau, Oelsnitz, Thalheim, Zwönitz und Gablenz sowie der ABC-Fachberater und der diensthabende Kreisbrandmeister im Einsatz.
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