In Hamburg-Altona haben am Dienstag (11.08.2026) die Abrissarbeiten an einem akut einsturzgefährdeten Wohngebäude in der Holstenstraße begonnen. Genauer handelt es sich hierbei um einen maroden Anbau. Schwerlastkräne bringen vor Ort einen speziellen Staubvorhang an, bevor ein Bagger im Hinterhof schrittweise mit dem Abbruch des betroffenen Gebäudes startet. Unter den evakuierten Anwohnern sorgt das Vorgehen für Unmut, da die Nutzungsuntersagung von heute auf morgen verhängt wurde und ihnen keine Zeit blieb, persönliche Wertsachen aus ihren Wohnungen zu holen. Die akute Notlage zeichnete sich erstmals am 23. Juli ab, als Bewohner Risse in den Wänden bemerkten und die Feuerwehr alarmierten. Bei der Überprüfung des Gebäudes aus dem Jahr 1894 stellten Experten massive Schäden an den tragenden Bauteilen sowie ein Absacken der Decken fest, woraufhin umgehend 14 Menschen evakuiert wurden. Nach Medienberichten soll das Bauwerk jedoch schon seit Jahren marode gewesen sein, worüber Mieter Eigentümer und Behörden mehrfach informiert hatten. Das Bezirksamt Altona sprach daraufhin am 24. Juli eine formelle Nutzungsuntersagung für das Haus 195/197 aus und sperrte aus Sicherheitsgründen auch das Nachbargebäude mit der Nummer 199. Einsatzkräfte von THW und Feuerwehr stützten die Konstruktion vorübergehend ab und installierten ein Laser-Messsystem zur Überwachung kleinster Bauteilbewegungen. Da sich die Risse Anfang August dennoch weiter vergrößerten, musste am 7. August schließlich auch für die Hausnummern 191/193 eine Nutzungsuntersagung verhängt werden. Der nun eingeleitete Abbruch setzt den Schlussstrich unter den wochenlangen Kampf um den Erhalt des baufälligen Komplexes.
Eine Mutter von zwei Kindern aus dem vierten Stock des einsturzgefährdeten Gebäudes musste innerhalb von nur fünf Minuten ihre Wohnung verlassen. Sie durfte bei dem überstürzten Auszug weder Kleidung für sich oder ihre Kinder mitnehmen, während nun unter anderem das Kinderzimmer und die Küche dem Abbruch zum Opfer fallen. Da vom Bezirksamt trotz Zusage keinerlei Informationen zur Bergung der Wertsachen kamen, ergriff die Bauleitung schließlich auf eigene Faust die Initiative. Zwei Bauarbeiter betraten in Absprache mit der Polizei das Gebäude und holte zwei große Tüten mit den wichtigsten Habseligkeiten für die Familie heraus. Überrascht von der unerwarteten Hilfsbereitschaft brach die betroffene Mutter vor Ort in Tränen aus. Eine weitere Anwohnerin machte ihrem Ärger im Interview Luft und kritisierte das rücksichtslose Vorgehen der Behörden bei der Räumung scharf. Trotz der fortschreitenden Arbeiten vor Ort bleibt bei den evakuierten Familien eine tief sitzende Fassungslosigkeit über den abrupten Verlust ihres Zuhauses zurück.
Unsere Informationsquellen: