08.08.2026 - Emskirchen - News Nr.: 42852
"Schanzenfest" in Emskirchen: Rund 3.500 Personen bei illegaler Versammlung im Heimatort des Drachenlords
Mehrere Festnahmen - Ex-Youtuber Rainer Winkler wohnte im benachbarten Altschauerberg - Aggressive Lage vor Ort: mehrere Böllerwürfe gegen Polizeibeamten - Jugendliche versammelten sich nach Aufrufen in den sozialen Medien am örtlichen REWE-Markt - Polizei riegelt Altschauerberg ab und spricht Platzverweise aus

© NEWS5 / Ferdinand Merzbach

Die Polizei hielt am Samstag (08.08.2026) im mittelfränkischen Emskirchen einen Großeinsatz wegen einer ungenehmigten Großansammlung aufrecht. Grund für den Auflauf von in der Spitze rund 3.500 Personen war das sogenannte „Schanzenfest“, das auf einen jahrelangen Konflikt um den als „Drachenlord“ bekannt gewordenen Ex-YouTuber Rainer Winkler zurückgeht. Obwohl Winkler nach dem Verkauf und Abriss seines Anwesens im Ortsteil Altschauerberg seit Jahren nicht mehr vor Ort wohnt, folgten meist junge Männer erneut Aufrufen aus den sozialen Medien.

Die Versammlung begann am Samstagmorgen auf dem Gelände eines örtlichen Supermarktes, wo es unter anderem zu Ladendiebstählen kam und Einsatzkräfte Personen in Gewahrsam nehmen mussten. Trotz einer erlassenen Allgemeinverfügung der Gemeinde, die Ansammlungen von mehr als acht Personen untersagt, zog die Menge geschlossen in Richtung Altschauerberg. Die Polizei riegelte den Ortsteil mit zahlreichen Kräften sowie einer Reiterstaffel ab und erteilte konsequent Platzverweise, um ein Vordringen der Massen zum ehemaligen Grundstück und Krawalle zum Schutz der Anwohner zu verhindern. Dennoch versuchten hunderte Personen, querbeet durch angrenzende Waldstücke an das Ziel zu gelangen.

Im Einsatzverlauf spitzte sich die Lage deutlich zu: Laut Polizei herrschte phasenweise eine sehr aggressive Grundstimmung. Neben Widerstandshandlungen zündeten Unbekannte Böller in den Wäldern, was bei der herrschenden Trockenheit ein hohes Brandrisiko barg und warfen gezielt Pyrotechnik sowie Flaschen auf Polizeibeamte und Dienstpferde. Nach bisherigen Angaben gab es jedoch keine Verletzten. Die Beamtinnen und Beamten nahmen mehrere Personen fest.

Janine Mendel, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken, betonte den Zweck des Aufgebots: „Es gilt für uns, die wenigen Einwohner in Altschauerberg, die über Jahre hier wirklich ganz, ganz viel mitgemacht haben, zu schützen.“ Die Polizei geht davon aus, dass viele der vorwiegend Jugendlichen vor allem wegen des Nervenkitzels angereist sind. „Diese vorwiegend Jugendlichen, die kommen, um dieses Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei zu spielen, die haben hier ihren Spaß. Ein Appell kann nur sein: Bleibt zu Hause, macht was Anständiges mit eurer Zeit und lasst die Einwohner hier in Ruhe“, so Mendel.

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