Bei Temperaturen deutlich über 30 Grad bereitet sich die VAG erneut auf mögliche Probleme im Straßenbahnbetrieb vor. Hintergrund ist die Hitzewelle Ende Juni, bei der aufgeweichtes Bitumen auf den Gleisen zu massiven Ausfällen geführt hatte. Damals musste das Netz rund zwei Wochen stillgelegt werde, um rund 5 Bahnen von Bitumen zu befreien.
Um eine Wiederholung dieser Umstände zu vermeiden, hat die VAG Ihre Vorsichtsmaßnahmen deutlich erweitert. Fahrzeuge und Gleise werden engmaschig kontrolliert, ein Schienenschleifzug ist rund um die Uhr unterwegs, zusätzlich sprüht die VAG mit Fahrzeugen die im Winter Salzsole verteilen, Wasser auf asphaltierte Straßen. Sollte das nicht ausreichen, plant die VAG betroffene Strecken um Sand zu behandeln, damit sich weiches Bitumen nicht weiter im Netz verteilt.
Auch der Busverkehr ist betroffen: da das Bitumen an den Gleisen weich werden kann, fahren einige Buslinien, die über Straßenbahntrassen führen würden, bestimmte Haltestellen nicht mehr an, etwa am Rathenauplatz, der oberen Turnstrasse, am Friederich-Ebert Platz und in Mögeldorf. Reisende müssen hier auf Ersatzhaltestellen zurückgreifen.
Neu ist, dass die VAG erstmals konkret beschreibt, wie sie im Ernstfall reagieren würden. Sollte der sichere Bahnbetrieb nicht mehr gewährleistet sein, will das Unternehmen den Straßenbahnverkehr vorübergehend einstellen. Für diesen Fall steht ein Ersatzverkehr mit 23 Bussen bereit, die große Teile des Straßenbahnverkehrs abdecken, ein vollständiger Ersatz ist jedoch nicht vorgesehen.
Die VAG betont, dass eine Betriebseinstellung die "letzte Option" sei, jedoch im Ernstfall das kleinere Übel. Ein Kurzer kontrollierter Stopp lasse sich eher verkraften, als erneute, wochenlange Reparaturarbeiten. An einer langfristigen Lösung wird bereits gearbeitet, die VAG steht in Kontakt Materialforschern der TU Darmstadt, ein kurzfristiger Austausch des Gleissystems sei allerdings nicht möglich.