Die anhaltende Sommerhitze und das Ausbleiben von Niederschlägen führen an der bayerischen Donau im Bereich der Weltenburger Enge aktuell zu extrem niedrigen Wasserständen. Im berühmten Donaudurchbruch bei Kelheim zieht sich der Fluss weit zurück und legt großflächig sonst überspülte Uferbereiche frei. Für den Schiffsverkehr rund um das historische Kloster Weltenburg hat die Trockenheit drastische Konsequenzen, da Ausflugsschiffe die enge Felsenschlucht kaum noch befahren können. Laut einem lokalen Fischer liegt der Pegelstand in diesem Jahr noch einmal etwa 50 Zentimeter niedriger als im bereits extremen Vorjahr.
Viele der sonst gut gebuchten Fahrten zwischen Kelheim und der Abtei müssen derzeit komplett abgesagt werden. „Drei von vier Schiffen fahren aktuell nicht. Normalerweise wären die Schiffe voll“, betont Karin Steibl, Geschäftsführerin der Steibl Personenschifffahrt Kelheim GmbH. Die angespannte Lage sorgt für große Verunsicherung unter den 20 Festangestellten sowie den 10 bis 15 Aushilfskräften des Unternehmens. Wegen der unklaren Lage hat eine Person bereits gekündigt.
Die Folgen des Niedrigwassers treffen jedoch nicht nur die Schifffahrt selbst, sondern das gesamte Gastgewerbe vor Ort. „Wenn die Schiffe nicht fahren können [...] zieht es den Tourismus in der ganzen Region nach unten. Es sind nicht nur Tagesgäste, die ausbleiben, sondern es sind Übernachtungsgäste, die ausbleiben“, warnt Matthias Schneider, 1. stellvertretender Kreisvorsitzender der DEHOGA Bayern (Kreisstelle Kelheim). Der Ausfall des Schiffsverkehrs treffe die Gastronomie und Hotellerie hart, da viele Urlauber ihre Reise bei einem Ausfall kurzfristig stornieren: „Die Donau, speziell der Donaudurchbruch oder diese Schifffahrt, ist der Besuchermagnet schlechthin, den wir hier in der Region haben und den wir unbedingt bräuchten.“
Der Branchenvertreter blickt zudem besorgt auf den weiteren Verlauf des Sommers und künftige Jahre. Man stecke mitten in der Saison und die Auslastung sei nicht so, wie sie sein könnte. Schneider betont daher: „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass das öfter so sein wird.“ Erst ergiebige Regenfälle im Einzugsgebiet der Donau könnten den Pegel in den kommenden Wochen wieder nachhaltig anheben. Bis dahin bleibt der Ausflugsverkehr auf der sonst so stark frequentierten Donaustrecke massiv eingeschränkt.
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