28.07.2026 - Schkeuditz - News Nr.: 42713
Demos gegen nächtlichen Abschiebeflug nach Afghanistan: Bündnis mobilisiert am Flughafen Leipzig
Bündnis ruft zu Eilversammlung am Flughafen LEJ und Demo in Leipzig auf - Kritik an erneuter Abschiebung und an der Afghanistan-Politik der Bundesregierung - Protestzug vom Augustusplatz zum Wilhelm-Leuschner-Platz angekündigt

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Gegen die für die Nacht zum Dienstag (28.07.2026) geplante Charter-Abschiebung vom Flughafen Leipzig nach Afghanistan haben ein antirassistisches Bündnis und Unterstützerinnen und Unterstützer zu zwei Demonstrationen aufgerufen. In der Nacht auf Dienstag versammelten sich etliche Teilnehmer am Flughafen Leipzig/Halle, gegen 18 Uhr soll dann noch eine Mahnwache durch Leipzig ziehen.

Für den Flughafen LEJ in Schkeuditz hatte das Bündnis für den 27. Juli um 22 Uhr zu einer Eilversammlung aufgerufen, Treffpunkt war der S-Bahnhof Flughafen LEJ. Hintergrund war die angekündigte erneute Abschiebung nach Afghanistan in der Nacht. Nach Angaben des Bündnisses sollte mit der Mobilisierung ein Zeichen gegen die aktuelle Abschiebepraxis der Bundesregierung nach Afghanistan gesetzt werden.

Der Protestzug in der Stadt soll dann ebenfalls am Dienstag, um ca. 18 Uhr, am Augustusplatz beginnen und zum Wilhelm-Leuschner-Platz führen, wo Redebeiträge und eine Ausstellung mit Informationsmaterial angekündigt sind. Auch Betroffene aus Afghanistan sollten dort sprechen, teilte das Bündnis mit.

Die Sprecherin des Bündnisses, Luca Müller, kritisierte die Abschiebungen scharf und sprach von „Hinterzimmerdeals“ der Bundesregierung mit den Taliban. Die Zusammenarbeit mit den Taliban müsse sofort beendet werden, sagte sie. Nasima Haidari erklärte, Frauen und Mädchen in Afghanistan würden massiv eingeschränkt, außerdem seien politische Gegnerinnen und Gegner, Journalistinnen und Journalisten sowie Menschenrechtsaktivisten und Minderheiten bedroht. Das Bündnis forderte deshalb einen sofortigen Abschiebestopp nach Afghanistan.

Nach den vorliegenden Angaben startete der Flug um 01:43 Uhr mit einer Airbus A320-214 der Freebird Airlines zunächst Richtung Trabzon in der Türkei und sollte von dort weiter nach Kabul fliegen. Angaben zufolge befanden sich mehrere als gewalttätig eingestufte Personen an Bord, die mit Handschellen in das Flugzeug gebracht worden seien.

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