An der Sauerlandlinie A45 ist am Sonntagmorgen (19.07.2026) das erste Teilbauwerk der Talbrücke Ottfingen planmäßig gesprengt worden. Die Sprengung verlief jedoch nur teilweise erfolgreich: Ein Teil des Bauwerks stürzte wie vorgesehen rund 30 Meter in die Tiefe, während vier Stützen zunächst stehen blieben. „Es sind vier Stützen stehen geblieben. Das heißt, ein kleines Teilstück der Brücke steht jetzt noch“, erklärte Anke Bruch von der Autobahn GmbH.
Für die Einsatzkräfte bedeutete das zusätzliche Arbeit. Der Sprengmeister entschied, mit einem ferngesteuerten Bohrgerät nachzuarbeiten. „Der Sprengmeister hat sich das angeschaut und entschieden, noch einmal Bohrlöcher nachzubohren und Sprengladungen zu installieren“, so Bruch weiter. Ursprünglich war eine Nachsprengung bereits gegen Mittag vorgesehen, tatsächlich erfolgte die zweite Zündung dann gegen 14 Uhr. Erst danach stürzte auch der verbliebene Teil der Brücke vollständig ein.
In das Teilbauwerk waren rund 160 Kilogramm Sprengstoff in mehrere hundert Bohrlöcher eingebracht worden, zuständig war ein spezialisiertes Sprengteam um Sprengmeister Stefan Gräßle. Die Ursache für den zunächst unvollständigen Einsturz ist noch unklar. „Wir waren im ersten Moment überrascht und etwas ratlos, warum ein Teil der Brücke stehen geblieben ist“, sagte Samuel Freund von der Autobahn GmbH. Die Gründe sollen nun in den kommenden Tagen gemeinsam mit allen Beteiligten ausgewertet werden.
Der Einsatz blieb nach ersten Erkenntnissen ohne Personenschäden. „Wir sind sehr froh, dass das Bauwerk liegt und niemand zu Schaden gekommen ist“, so Freund. Auch größere Sachschäden seien bislang nicht festgestellt worden. Rund um die Talbrücke galt weiterhin ein Sicherheitsradius, der auch nach der ersten Sprengung bestehen blieb. „Die Absperrpfosten des THW müssen noch stehen bleiben, das heißt, der Absperrradius ist immer noch aktiv“, erklärte Bruch. Zahlreiche Einsatzkräfte von THW und Polizei sicherten das Umfeld ab.
Unklar blieb zunächst auch die Dauer der Vollsperrung der A45. Diese war zunächst bis 13 Uhr angesetzt, eine Freigabe konnte jedoch zunächst nicht bestätigt werden. Nach Abschluss der zweiten Sprengung und ersten Prüfungen zeigte sich die Autobahn GmbH jedoch zuversichtlich, die Strecke zeitnah wieder öffnen zu können.
Die Talbrücke Ottfingen aus dem Baujahr 1971 wird im Zuge der grundhaften Modernisierung der A45 durch einen Neubau ersetzt, der künftig sechsspurig befahrbar sein soll. Nach der erfolgreichen Sprengung folgen nun mehrere Wochen Aufräum- und Sicherungsarbeiten, bevor der Bau des neuen Brückenteils beginnt. Die Sprengung des zweiten Teilbauwerks ist in den kommenden Jahren vorgesehen.
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