03.06.2026 - Lam - News Nr.: 42069
Antisemitismus-Vorfall an bayerischem Hotel: Israelische Urlauber mit diskriminierender Nachricht zurückgewiesen
"Wir haben einen dummen Fehler gemacht", so Junior-Chef des Hotels im Interview - "Sorry, there are no Jews allowed", schrieb das Hotel - Bayerisches Justizministerium prüft rechtliche Schritte - Hotel antwortete mit dieser Nachricht gegen Phishing-Versuche und Betrugsfälle

© NEWS5 / Lars Haubner

Ein Hotel im bayerischen Ort Lam sorgt nach einer abgewiesenen Buchungsanfrage von israelischen Touristen für massive Empörung. Die Urlauber erhielten auf Englisch die Nachricht, dass in der Unterkunft keine Juden erlaubt seien. Daraufhin machte die israelische Generalkonsulin Talya Lador den Vorfall auf der Plattform X öffentlich und verurteilte das Vorgehen scharf. Das Hotel "Zum Hirschen" wurde als erste Konsequenz umgehend von der großen Buchungsplattform booking.com entfernt. Der Juniorchef der betroffenen Unterkunft ruderte mittlerweile zurück und bat den abgewiesenen Gast in einer E-Mail formell um Entschuldigung. Als Erklärung gab der Betrieb an, dass man seit Längerem mit gefälschten Buchungen sowie Phishing-Versuchen kämpfe und ein Mitarbeiter die diskriminierende Nachricht im Frust über vermeintlichen Betrug verfasst habe. Um die Aufrichtigkeit der Reue zu beweisen, hat das Familienhotel die betroffenen Touristen nun zu einem einwöchigen, kostenlosen Urlaub eingeladen. Dennoch hat der Vorfall ein juristisches Nachspiel, da der Antisemitismusbeauftragte des bayerischen Justizministeriums derzeit mögliche rechtliche Schritte prüft. Offen ist bislang noch, ob sich aus dem Fall tatsächlich ein förmliches Verfahren entwickeln wird. Für das Hotel hat der Vorfall zudem bedrohliche Folgen, denn laut Betreiberangaben gehen dort inzwischen täglich Morddrohungen ein. 

Die Verantwortlichen vor Ort äußerten tiefe Bedauerung, da dieser Vorfall in keinster Weise diskriminierend gemeint war. In einem Interview mit NEWS5 äußert sich der Junior-Chef Andreas Vogl nun detailliert zu den genauen Hintergründen der weitreichenden Verfehlung. Er betont dabei ausdrücklich, dass die eskalierte Situation primär "aus dem Irrtum entstanden" sei, da man fälschlicherweise von einer betrügerischen Anfrage ausging. Wegen zahlreicher Phishing-Versuche in der jüngeren Vergangenheit seien die zuständigen Mitarbeiter im Umgang mit Auslandsbuchungen schlichtweg frustriert gewesen. "Die Phrase ist aus Ärgernis gefallen über die Fehlbuchung", erklärt der Juniorchef das völlig unangebrachte Vorgehen in der E-Mail. Er stellt jedoch unmissverständlich klar, dass man absolut niemals beabsichtigt habe, "irgendjemand eine Person jüdische Person zu beleidigen". Die diskriminierende Wortwahl spiegele laut seiner festen Überzeugung in keiner Weise das offene Weltbild des Unternehmens wider. Reumütig gesteht der Verantwortliche im Gespräch ein: "Wir sind ein Familienbetrieb, wir haben einen dummen Fehler gemacht." Dass dieses Verhalten massiv dumm und nicht richtig war, bestreite man überhaupt nicht und entschuldige sich dafür in aller Form. Der Hotelier zeigt sich von den extremen Reaktionen erschüttert und versichert nachdrücklich, "dass das nie mehr passiert". In der über einhundertzwanzigjährigen Geschichte der Firma sei es laut seinen Angaben ohnehin noch nie zu einer vergleichbaren Diskriminierung gekommen. 

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