Bei dem Einsturz eines Mehrfamilienhauses in Görlitz laufen die Rettungs- und Suchmaßnahmen auch in der Nacht zu Dienstag (19.05.2026) weiter auf Hochtouren. Das Gebäude in der James-von-Moltke-Straße war am Montagabend offenbar infolge einer Explosion eingestürzt. Drei Menschen gelten derzeit weiterhin als vermisst.
Nach Angaben der Polizei waren zunächst fünf Personen nicht erreichbar. Zwei von ihnen konnten im Laufe des Abends jedoch wohlbehalten angetroffen werden. Bei den Vermissten handelt es sich nach aktuellem Stand um zwei Frauen im Alter von 25 und 26 Jahren sowie einen 48-jährigen Mann.
Die Einsatzkräfte arbeiten unter äußerst schwierigen Bedingungen. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein Gasleck die Ursache der Explosion gewesen sein. Da zunächst weiterhin Gas aus der beschädigten Leitung austrat, konnten schwere Räumfahrzeuge nur eingeschränkt eingesetzt werden. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Polizei sowie Rettungshundestaffeln befinden sich im Großeinsatz. Zusätzlich überwachen Sensoren fortlaufend die Stabilität der verbliebenen Gebäudeteile.
Gegen 22:30 Uhr konnte die Hauptgasleitung vollständig abgeschaltet werden. Im Anschluss wurde das noch verbliebene Gas kontrolliert aus der Leitung abgelassen und abgebrannt. Während dieser Maßnahmen mussten die Rettungsarbeiten zeitweise unterbrochen werden, da erhitzte Geräte und Maschinen der Einsatzkräfte ein zusätzliches Risiko dargestellt hätten.
Trotz der gefährlichen Lage laufen die Rettungsmaßnahmen die gesamte Nacht über weiter. Immer wieder werden große Schotten mit Trümmerteilen vom zentralen Trümmerberg entfernt, um die Suche nach den Vermissten fortsetzen zu können.
Das eingestürzte Gründerzeithaus wurde nach Behördenangaben sowohl als Wohnhaus als auch für Ferienwohnungen genutzt. Mehrere umliegende Gebäude wurden vorsorglich evakuiert. Zahlreiche Anwohner mussten ihre Wohnungen verlassen. Die Innenstadt rund um den Bahnhof bleibt weiterhin großräumig abgesperrt.
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