Gut fünf Wochen nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht, bei dem eine 88-jährige Frau ums Leben kam, hat die Kriminalpolizei Würzburg zwei Tatverdächtige ermittelt. Dank zahlreicher Videoaufnahmen aus der Nachbarschaft konnten zwei Deutsche im Alter von 42 und 48 Jahren als mutmaßliche Verursacher identifiziert werden.
Das Unglück ereignete sich am Neujahrsmorgen gegen 00:30 Uhr. Eine Silvesterrakete war auf dem Balkon im ersten Stock eines Mehrfamilienhauses gelandet und hatte dort ein Feuer entfacht, das schnell auf die Wohnung übergriff. Die 88-jährige Bewohnerin erlitt eine schwere Rauchgasvergiftung und verstarb wenig später im Krankenhaus. Die Brandermittler bestätigten nun offiziell, dass der unsachgemäße Umgang mit Pyrotechnik brandursächlich war.
Der entscheidende Durchbruch gelang den Ermittlern durch eine umfangreiche Nachbarschaftsbefragung. Anwohner stellten der Polizei Videomaterial zur Verfügung, auf dem die Verdächtigen beim Hantieren mit Raketen zu sehen waren. Am vergangenen Mittwoch suchten Beamte die beiden deutschen Staatsbürger auf und stellten unter anderem Datenträger als Beweismittel sicher.
Gegen die beiden Männer wurde ein Strafverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Brandstiftung eingeleitet. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sie in Absprache mit der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt.
Die Polizei lobte ausdrücklich die Mithilfe der Bevölkerung: Der Fall zeige, dass auch vermeintlich unwichtige private Aufnahmen ein entscheidendes Puzzleteil zur Aufklärung schwerer Straftaten sein können.
Augenzeugenaufnahmen von Ewa Weglinska. Bitte bei Veröffentlichung angeben.Unsere Informationsquellen: