11.09.2019 - Polsingen - News Nr.: 16380
Laster hinterlässt Trümmerfeld: Scheune niedergerissen
Pferd unter Fahrzeug begraben - Tier muss vor Ort eingeschläfert werden - Strommast erwischt, umgekippt und Scheune zum Einsturz gebracht – Sattelzug kommt erst neben Hauswand zum Liegen - Anwohner sitzt auf dem Balkon und hört lauten Schlag – Ehemaliger Trucker eilt zur Unglücksstelle und leistet Erste Hilfe

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Eine Spur der Verwüstung zieht sich durch das beschauliche Örtchen Ursheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Für die Anwohner war der Mittwoch (11.09.2019) wohl der aufregendste in letzter Zeit. Ein lauter Schlag schreckt die Anwohner am Nachmittag auf. Ernst Dittmann, der in diesem Moment gemütlich auf seinem Balkon saß, eilt sofort zur Brüstung. „Hab gerade noch gesehen, wie sich ein Lkw zur Seite geneigt hat und seitlich rutschend direkt in die Pferdekoppel und in die Remise rein ist“, erzählt der Nachbar.

Wie der tragische Unfall passieren konnte, ist derzeit noch unklar. Auf abschüssiger Straße kam der Schotter-Transporter von der Straße ab und kippte in die Scheune, welche er komplett niederriss. Glücklicherweise wurde der 61-jährige Sattelzugmaschinenführer nur leicht verletzt ist – jedoch steht er unter Schock. Dies hat auch Dittmann festgestellt, als er zur Hilfe eilte. Seine erste Handlung war das Aufstellen von Warnschildern, bevor er den Notruf wählt und in das Führerhaus krabbelt, um erste Hilfe zu leisten. Etwas, was für den pensionierten Trucker selbstverständlich ist: „Ich habe keine Berührungsängste, wenn es Verletzte gibt oder sonst was. Ich weiß, was ich zu tun habe“. Erst vor eineinhalb Wochen hat er die Auffrischung eines Erste Hilfe Kurses absolviert.

Er hilft dem verletzten Brummifahrer aus der Kabine und kümmert sich bis zum Eintreffen der Rettungskräfte. Diese haben neben der Versorgung des Verletzten noch alle Hände voll zu tun. Bedingt durch den umgekippten Strommast liegen die Kabel quer über der Einsatzstelle – der Energieversorger muss die Versorgung kappen. Auch hat der Lastwagen ein Pferd unter sich begraben. Es ist so schwer verletzt, dass ein Einschläfern nötig ist. Zudem liegen überall Trümmerteile und die Ladung des Lasters verteilt. Die Bergung zieht sich hin. Unerwartet kam der Unfall für Dittmann allerdings nicht: „Ich habe gestern noch zu meiner Frau gesagt: ‚Ich bin gespannt, wenn da mal ein Unfall passiert‘“.


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