29.07.2019 - Passau - News Nr.: 16069
Niederbayerische Bauern am Verzweifeln: Maikäfer-Engerlinge verwandeln saftige Wiesen in dürre Einöde
Engerlinge sitzen im Boden und fressen Graswurzeln ab - "Die Wiesen schauen nach dem Befall dürr aus, die Landwirte können das Gras einfach abrollen wie einen Teppich", sagt der Leiter des Passauer Landwirtschaftsamt - Engerlinge verursachen eineinhalb Millionen Euro Schaden im Bayerischen Wald - "Wir müssen hilflos zuschauen. Unsere Hoffnung wäre ein nasser Sommer gewesen, da wäre die Gefahr gebannt gewesen," klagt ein betroffener Landwirt

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Wir haben folgende Story für Sie recherchiert:

Viele, die an den Sommer in Bayern denken, haben saftige, grüne Wiesen und einen blau-weißen Himmel vor Augen. Doch die Wiesen von Landwirt Reinhard Hofmann aus Breitenberg (Lkr. Passau) sind schon lange nicht mehr grün, vielmehr sind sie braun und wirken dürr. Die Misere begann schon im Juni.

Der Grund für die dürren Wiesen liegt wenige Zentimeter unter der Erde, dort tummeln sich in diesem Jahr besonders viele Maikäfer-Engerlinge. "Die zarten Graswurzeln sind für die Engerlinge eine Delikatesse, die verspeisen sie, deshalb stirbt das Gras ab", erklärt Hofmann. Mit seinem Problem ist der Landwirt nicht alleine. Laut dem Landwirtschaftsamt Passau-Rotthalmünster sind im gesamten Bayerischen Wald rund 1.500 Hektar Wiese befallen.

"Wir haben mehr als 100 Engerlinge pro Quadratmeter gezählt, 20 - 30 würde der Boden vertragen", erklärt Hofmann. Das Problem: Die Landwirte bräuchten das Heu von ihren Grünwiesen dringend, um ihre Tiere zu füttern. Da die Engerlinge aber den Rasen abgefressen haben, fehlt das Futter nun. Der Schaden liegt pro befallenem Hektar laut Landwirtschaftsamt bei 1.000 Euro.

"Die Situation ist bedrückend. Die Wiesen schauen nach dem Befall dürr aus, die Landwirte können das Gras einfach abrollen wie einen Teppich. Das trockene Wetter trägt dazu bei, dass sich das Problem noch verschärft ," weiß Robert Schnellhammer, der Leiter des örtlichen Landwirtschaftamtes. Gegen die Engerling-Plage sind die Landwirte machtlos. Ihr einziges Mittel: Den Boden umgraben und neues Gras ansähen. "Wir müssen hilflos zuschauen. Unsere Hoffnung wäre ein nasser Sommer gewesen, da wäre die Gefahr gebannt gewesen," klagt Hofmann.



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