13.05.2019 - Fahrenzhausen - News Nr.: 15489
Kontrollen im Schwerlastverkehr: „Die sind notwendig“
Verkehrssicherheit durch Lastwagenkontrollen erhöhen- Bayerns Innenminister Joachim Herrmann informiert an Rande einer Großkontrolle über Ergebnisse und geplante Aktionen - Innerhalb von rund 1,5 Stunden 17 Abstandsverstöße festgestellt - Je nach Personalstärke: Zwischen 70 und 80 Fahrzeuge, während einer vier- bis fünfstündigen Kontrolle - "Verkehrssicherheit funktioniert nur, wenn der Verkehrsteilnehmer das Gefühl hat, dass er auch regelmäßig kontrolliert wird"

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18.206 Verkehrsunfälle mit Beteiligung des Schwerverkehrs auf Bayerns Straßen ist die traurige Bilanz der Statistik für das Jahr 2018. Allein 134 Menschen kamen bei den Geschehnissen ums Leben und weitere 5.380 Menschen trugen Verletzungen davon. Unfallursächlich waren hierbei Fehler beim Abbiegen, fehlender Sicherheitsabstand und nicht angepasste Geschwindigkeit sowie Übermüdung, Ablenkung oder erhebliche technische Mängel. Rund drei Viertel aller Unfälle verursachten Lastwagenfahrer selbst. Berauschende Substanzen dagegen spielten nur bei 142 Ereignissen eine Rolle. 45 Personen trugen von diesen Verletzungen davon und ein Motorradfahrer starb.

Eine Bilanz, die zeigt, es ist nötig, noch stärker gegen Unfälle mit Lastwagen vorzugehen. Hierbei setzt die Bayerische Polizei bereits seit Jahren auf verstärkte Kontrollen im Schwerlastverkehr. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nimmt am Montagmittag (13.05.2019) im Gemeindebereich Fahrenzhausen (Lkr. Freising) zu dieser Thematik am Rande einer Großkontrolle Stellung. Er informiert unter anderem über die Ergebnisse gezielter Abfahrtskontrollen der Bayerischen Polizei bei Brummifahrern und stellt weitere geplante Kontrollaktionen für Lastwagen vor. Zudem geben Polizeiexperten einen Einblick in den Ablauf solcher Kontrollen und die dabei verwendete Technik, darunter beispielsweise eine mobile Achswaage und ein digitales Abstandmessgerät.

Nicht immer freuen sich die Lastwagenfahrer über die Kontrollen. Wie wichtig diese jedoch sind weiß auch Hans-Peter Kammerer, Leiter Präsidialbüro im Polizeipräsidium Oberbayern-Nord: "Verkehrssicherheit funktioniert nur, wenn der Verkehrsteilnehmer das Gefühl hat, dass er auch regelmäßig kontrolliert wird". Aber nicht nur Kammerer ist für mehr Kontrollen, sondern auch Trucker Hubert: "Müsste normalerweise eigentlich öfter gemacht werden, weil auch in diesem Gewerbe viele schwarze Schafe unterwegs". 

Rund 70 bis 80 Fahrzeuge schafft Bernhard Konrad, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion Freising mit seinem Team innerhalb von vier bis fünf Stunden - wenn die Anzahl der Beamten passt. Wie erfolgreich das Ganze sein kann, zeigte sich innerhalb von rund 1,5 Stunden im Kontrollbereich. Die moderne Abstandsmessanlage schlug gleich 17 Mal an. Neun Fahrer, die den Mindestabstand von 50 Metern nicht einhielten, stammten aus Deutschland. Beim Rest handelte es sich um ausländische Trucker. Genau bei diesen Verstößen will auch Bayerns Innenminister ansetzen: "Das Wichtigste sind ständig konsequente Kontrollen". Hierfür bekommen die Autobahnpolizeiinspektionen und die Verkehrspolizeiinspektionen auch Unterstützung versprochen. "Im Laufe der laufenden sieben Jahre werden wir 1.500 neue Stellen schaffen. Aus diesen neuen Stellen werden dann auch die Autobahnpolizei- und Verkehrspolizeiinspektionen in den nächsten Jahren verstärkt werden", so der Minister.



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