23.04.2019 - Saalburg-Ebersdorf - News Nr.: 15363
Katastrophenfall ausgerufen: Waldbrand breitet sich auf 15 Hektar aus
Starke Windböen entfachen Flammen am Heinrichstein erneut: "Kameraden ziehen sich ständig zurück." - Steilhang äußerst schwierig zu löschen - Löschhubschrauber angefordert, welche bundesweit jedoch derzeit nicht zur Verfügung stehen - Hilfe auch aus Bayern auf dem Weg - Brand ursprünglich Ostersonntag ausgebrochen - Katastrophenalarm ausgerufen - Feuerwehr will die Fläche von 15 Hektar über Nacht halten - Ausbreitung soll verhindert werden

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Seit Ostersonntag kämpfen die hunderte Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand am Heinrichstein bei Saaldorf (Saale-Orla-Kreis). Zweimal dachten die Kameraden, dass sie die Flammen unter Kontrolle gebracht hätten - und wurden leider eines Besseren belehrt.

Gestern hatten die freiwilligen Helfer noch gehofft, dass das Feuer auf rund 3.000 Quadratmetern endlich gelöscht sei. Doch am heutigen Vormittag (23.04.2019) stieg wieder eine dichte Rauchsäule empor - und dieses Mal könnte die Lage noch gefährlicher sein. Denn starke Windböen fachen den Waldbrand immer wieder an, der zurzeit außer Kontrolle scheint. Immer schneller fressen sich die Flammen um den Aussichtspunkt des Heinrichstein herum. Die Feuerwehreinsatzleitung bestätigt vor Ort, dass man mit den Löscharbeiten derzeit nicht hinterherkommt. Ähnlich wie am Ostersonntag soll nun ein Hubschrauber der Bundespolizei angefordert werden, um die Flammen aus der Luft zu bekämpfen.

Insbesondere das steile Gelände sorgt für Probleme. Die Kameraden müssen Höhenunterschiede von über 100 Meter am Hang überwinden, Wasser gibt es nur aus der Saaletalsperre. Die Polizei geht davon aus, dass das ursprüngliche Feuer am Sonntag durch das Abbrennen von Feuerwerkskörper entstanden sein könnte. Augenzeugen hatten von einem Knall gesprochen, ehe das Feuer sichtbar wurde. Zudem wurden entsprechende Rückstände am Brandort sichergestellt. Ermittlungen bezüglich Brandstiftung wurden aufgenommen.

Update 17:15 Uhr: Am späten Dienstagnachmittag rief der Landkreis den Katastrophenfall aus. Man könne mit den eigenen Kräften die Flammen nicht mehr löschen, weshalb auch überregionale Feuerwehren notwendig seien. "Wir haben hier derzeit eine betroffene Fläche von circa 15 Hektar, die Gefahr besteht eben, dass es sich weiter ausbreitet", erklärt der zuständige Landrat Thomas Fügmann. Derzeit ist auch ein Hubschrauber der Polizei im Einsatz, der Wasser über dem Brandgebiet abwirft. Die Kräfte wollen versuchen den Brand auf diese Fläche zu begrenzen. Stolz ist Fügmann auf die Einsatzkräfte, die seit Tagen am steilen Berghang gegen den Brand kämpfen.



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