11.03.2019 - Pottenstein - News Nr.: 15099
Schwerer Sturm über Franken: Schutzengel zum Glück nicht vom Winde verweht
Feuerwehr muss unzählige Bäume beseitigen - Tannen krachen keine zehn Meter neben den Einsatzkräfte nieder (on tape!) - Sturmböen erfassen Autoanhänger und drücken ihn in den Gegenverkehr - Betroffener Unfallfahrer hat keine Chance auszuweichen: "Das war in einem Bruchteil von Sekunden. Der Hänger ist ins Kippen gekommen und mir richtig ins Auto geflogen!" - Viele geparkte Autos von Bäumen getroffen

© NEWS5 / Oßwald

Sturmtief "Eberhard" hat sich am Sonntag (10.03.2019) in Bayern keine Freunde gemacht. Bereits in den Mittagsstunden frischte der Wind auf und erreichte am Nachmittag seinen Höhepunkt. Zu diesem Zeitpunkt hatten viele Freiwillige Feuerwehrleute die heimische Couch bereits verlassen und befanden sich auf den Straßen im Einsatz.

Unzählige Bäume konnten den heftigen Böen von über 100 Stundenkilometern nicht standhalten und knickten um. Allein auf der Bundesstraße 470 bei Pottenstein (Lkr. Bayreuth) landeten 20 Fichten auf der Straße und blockierten diese. Die örtliche Feuerwehr rückte an, um die Strecke wieder freizubekommen. Doch gerade, als die Kameraden die letzten Baumstämme entfernt hatten, passierte es. Ein lautes Knacken war aus dem Hang über ihnen zu hören und schon sausten zu weitere Bäume zu Boden. "Wir wollten gerade das Sägen anfangen, da kam ein neuer starker Windstoß und hat zehn Meter neben uns zwei weitere Bäume entwurzelt", berichtet Feuerwehrkommandant Wolfgang Bothe. Glücklicherweise blieben er und seine Kameraden unverletzt.

Von großem Glück kann auch Norbert Kronawitter sprechen. Er war mit seinem 5er BMW auf der Staatsstraße 2413 bei Neuhof a.d. Zenn (Lkr. Neustadt a.d. Aisch - Bad Windsheim) unterwegs, als ihm ein Landrover entgegenkam. Dessen Autoanhänger wurde just in dem Moment von einer heftigen Sturmböe erfasst, als Kronawitter fast auf gleicher Höhe war. "Der Hänger ist ins Kippen geraten und mir richtig ins Auto geflogen", berichtet der BMW-Fahrer, der keinerlei Chance mehr zu reagieren hatte. Der Hänger samt Ladung krachten gegen die Front des Tourings, woraufhin Kronawitter fast die Kontrolle verlor: "Ich bin fast im Graben gelandet. Gut, dass ich mich nicht überschlagen habe und nichts schlimmeres passiert ist." Mit dem Schrecken kamen er und der andere Fahrer davon.

Doch selbst, wer nicht mit dem Auto unterwegs war, konnte nicht sichergehen, dass seinem geliebten Wagen nichts passiert. In Fürth stürzten gar mehrere Bäume auf geparkte Autos und beschädigten diese. In Memmelsdorf (Lkr. Bamberg) wollte der Besitzer eines VW Tiguans auf Anraten seiner Frau das Auto wegsetzen, als er aus dem Fenster blickte. "Ich meinte nur, dass jetzt der Baum bereits drauf liege", kommentiert er das Geschehen. Wie viele andere Menschen auch hatte er jedoch an diesem Sonntag Glück: Denn der Baumstamm verfehlte des SUV um weniger Zentimeter und kippte seitlich gegen das Garagenvordach. Hier blieben zwar Schäden zurück, doch der geliebte Wagen konnte ohne einen Kratzer umgesetzt werden.


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