12.06.2018 - Rettenberg - News Nr.: 13531
Massives Unwetter im Allgäu: "Das kam voll durch das Haus durch!"
Starkregen lässt Straßen unterspülen und löst Gerölllawine aus - Wassermassen fluten Haus von Willi Alblau, der machtlos zuschauen muss: "Wasser hat die Tür aufgedrückt" - Straße auf hunderten Metern zerstört - 120 Helfer von Feuerwehr und THW im Dauereinsatz

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Vom Sommer ist im Allgäu seit Dienstag (12.06.2018) nichts mehr zu spüren. Ein heftiges Unwetter zog in den späten Nachmittagsstunden über die Alpenregion hinweg und hinterließ eine Spur der Verwüstung. Wie schon so oft, waren wieder nur einzelne Ortschaften betroffen. Dort waren die Schäden jedoch katastrophal.

So auch in Kranzegg bei Rettenberg (Lkr. Oberallgäu). "Es fing an mit einem Gewitter. Dann kam bald starker Regen die Straße runter, da stand das Wasser so 20 bis 30 Zentimeter hoch. Und plötzlich kam es strömend von oben runter", erinnert sich Willi Alblau. Der Rentner war in seiner Dachgeschosswohnung, als er und die Bewohner des Ortes völlig überrascht wurden.

Wie ein Wasserfall sei der Regen über die Mauern geschossen, habe Fenster und Türen aufgedrückt, erzählt auch Uwe Büning. Er versucht dem Senior zur Hilfe zu eilen, kommt gegen die Wassermassen zunächst auch nicht an. "Das kam voll das Haus durch", schüttelt Alblau den Kopf. Rund 120 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW rückten an, um den Menschen zu helfen. War zunächst nur von vollen Kellern ausgegangen, merkten die Retter schnell, dass die Lage weitaus dramatischer war.

Der Regen hatte eine Bergstraße unterspült und das Geröll mit ins Tal gerissen. Zugleich wurde der Asphalt aufgedrückt, wodurch das Wasser direkt auf die Häuser gelenkt wurde. Auch die im Tal befindliche Staatsstraße wurden komplett überflutet. Wie hoch der entstandene Schaden ist, ist noch nicht bekannt. Die Kameraden waren bis in den späten Abend im Einsatz.


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