04.04.2026 - Insel Poel - News Nr.: 41444
Buckelwal vor Poel bleibt festgesetzt: Seine Aktivitäten werden geringer - Umweltminister verschafft sich Überblick
Wal seit Tagen im Flachwasser - Experten erwarten traurigen Ausgang - Umweltminister Dr. Till Backhaus vor Ort - „Ich arbeite Tag und Nacht an allen Lösungsvarianten“ - „Lehmann ist bereit zu kommen“ - „Wir lassen diesen Wal nicht im Stich“ - Wal hat Verletzungen vermutlich durch Schiffschrauben - „Wir betreuen ihn, bis zum Ende!"

© NEWS5 / Sebastian Peters

Der vor der Insel Poel gestrandete Buckelwal lebt noch, sein Zustand hat sich über Nacht aber nicht verbessert. Nach Angaben des Umweltministeriums Mecklenburg‑Vorpommern gab es in der Nacht zu Samstag (04.04.2026) keine besonderen Vorkommnisse, der Meeressäuger liegt weiterhin im flachen Wasser vor Poel und atmet noch. Die Lage des Tieres gilt jedoch weiterhin als aussichtslos. Experten und Tierschützer hatten schon in den vergangenen Tagen erklärt, weitere Rettungsversuche seien kaum noch vertretbar und könnten den Wal zusätzlich belasten.

Etliche Einsatzkräfte - darunter Feuerwehr, Wasserschutzpolizei, Mitarbeitende des Umweltministeriums und Vertreter des Innenministeriums - sind weiterhin rund um die Uhr im Einsatz. Umweltminister Till Backhaus dankte vor Ort der Freiwilligen Feuerwehr von Poel für ihren unermüdlichen Einsatz und hob hervor, man betreue das Tier „bis zum Ende“.

Am Samstag (04.04.2026) kamen modernste technische Hilfsmittel zum Einsatz: Mit einer Drohne und Wärmebildkameras wurde die Körperoberfläche des Wals untersucht, um Temperaturunterschiede zwischen benetzten und trockenen Hautstellen zu analysieren. Die Messungen ergaben, dass die Temperatur an den beregneten Stellen etwa sechs bis sieben Grad beträgt, während unbedeckte Bereiche rund 20 bis 22 Grad warm sind. Diese Beobachtungen sollen dabei helfen, Rückschlüsse auf Durchblutung und Belastung des Tiers zu ziehen.

Der gewaltige Wal - rund zwölf Meter lang und 1,60 bis 1,70 Meter hoch - ragt derzeit etwa 70 bis 80 Zentimeter aus dem Wasser heraus und hat sich durch sein enormes Gewicht teilweise in den weichen Meeresboden eingegraben. Seine Atemfrequenz variiert laut Backhaus zwischen zwei und fünf Minuten. Die Aktivität des Tiers nehme jedoch sichtbar ab, und er bewege Flossen und Maul kaum noch.

Neu ist auch der Befund sichtbarer Verletzungen, die wahrscheinlich durch eine Schiffsschraube oder Netze verursacht wurden. Laut Backhaus seien deutliche Abdrücke und Schnittstellen an der Seite zu erkennen, die zuvor noch nicht bemerkt worden waren. Tierärzte sollen die frischen Erkenntnisse nun im Rahmen eines neuen Gutachtens bewerten.

Backhaus betonte, der Wal zeige klare Anzeichen großer Erschöpfung und leide offenbar schwer unter den Folgen wiederholten Strandens: „Er hat schwerste Schäden schon mitgebracht - an Lunge, Leber und Nieren - und hier weitere Belastungen erfahren.“ Dennoch schließt der Minister ein aktives Töten des Tieres aus: „Eine ‚Erlösung‘ durch den Menschen wird es hier nicht geben. Wir begleiten ihn - mit Würde, bis zum Ende.“

Gleichzeitig verteidigte Backhaus das Vorgehen der Behörden gegen Kritik im Netz und von Demonstrierenden: Er rief dazu auf, sachlich zu bleiben und realistische Vorschläge zur Rettung zu machen. „Wir strengen uns nicht nur an - bemühen reicht bei uns nicht. Wir arbeiten an Lösungen und Konzepten, prüfen alles genau und hinterfragen jede Maßnahme“, sagte Backhaus.

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