In Wilhelmsburg in Hamburg spitzt sich der Konflikt um den sogenannten „Wilden Wald“ zu: Am Dienstagmorgen (24.02.2026) haben rund 20 bis 30 Demonstrierende das Gelände besetzt, um die geplante Rodung eines Teilbereichs zu verhindern. Einige Aktivistinnen und Aktivisten haben sich in rund zwei bis drei Metern Höhe in Bäumen sowie auf selbstgebauten Barrikaden positioniert. Die Polizei ist mit Kräften im Wald präsent, hat das Gebiet weitgehend abgesperrt, fertigt Aufnahmen der Personen an und startete gegen 11:30 Uhr damit, die ersten Aktivisten von den Bäumen zu entfernen. Eigentlich sollten auf einer kleineren Teilfläche des insgesamt etwa neun Hektar großen Areals bauvorbereitende Rodungsarbeiten beginnen, die als erster Schritt für ein größeres Städtebauprojekt mit Hunderten neuen Wohnungen gelten.
Der Naturschutzbund (NABU) Hamburg hat am Verwaltungsgericht einen Eilantrag gestellt, um die Rodung des „Wilden Walds“ vorläufig zu stoppen. Hintergrund ist eine Genehmigung für die Fällung von rund 790 bis 800 Quadratmetern Wald, die die Stadt einem angrenzenden Bauunternehmen im Rahmen eines Flächentauschs überlassen will; das Gebiet gehört zum geplanten Spreehafenviertel, auf dessen Fläche insgesamt rund 1100 Wohnungen entstehen sollen. Solange über den Eilantrag nicht entschieden ist, bleibt unklar, ob die Rodung in dieser Fällsaison überhaupt noch beginnen darf, die planmäßig am 28. Februar endet.
Der NABU kritisiert das Vorhaben als „unverantwortlich und unzeitgemäß“ mit Blick auf Klimakrise und Flächenverbrauch und wirft der Stadt eine „Salamitaktik“ vor, bei der der Wald schrittweise durch kleinere Teilrodungen beseitigt werde. Umweltverbände und lokale Initiativen fordern den vollständigen Erhalt des Pionierwaldes und rufen zu weiterem, nach eigenen Angaben friedlichem Protest auf.
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