26.09.2025 - Hamburg - News Nr.: 38753
Immer wieder Drohnen über Dänemark gesichtet: Auch bei "Red-Storm-Bravo"-Übung wird dieses Szenario trainiert
"Ob das in Polen ist, im estnischen Luftraum oder auch die ganze Diskussion jetzt in Dänemark, da sieht man, wie aktuell dieses Thema ist" - Experten erklären Abwehrmöglichkeiten und Umgang mit unbekannten Drohnen

© NEWS5 / Sebastian Peters

Immer wieder werden unbekannte Drohnen über kritischer Infrastruktur oder Militäreinrichtungen gesichtet, wie zuletzt in Dänemark am Flughafen oder als zwei Drohnen stundenlang über der Militärbasis Karup kreisten. Von „hybriden Angriffen" ist die Rede.
Am Donnerstag (25.09.2025) begann in Hamburg die Großübung „Red Storm Bravo“, mit der die Bundeswehr gemeinsam mit zivilen Stellen wie Rettungsdiensten, Behörden und Unternehmen Szenarien eines möglichen Krisenfalls übt. Rund 500 Soldatinnen und Soldaten werden in den nächsten Tagen in der Stadt und im Hafen mobilisiert.

Auch hier wurde das Thema Drohnen durch die aktuellen Vorfälle immer brisanter, sagt Kurt Leonards, Kommandeur des Landeskommandos Hamburg:  "Ja, wir haben im Dezember des letzten Jahres das Szenario für Red Storm Bravo entwickelt und sind jetzt tatsächlich etwas von der Realität eingeholt worden. Ob das in Polen ist, im estnischen Luftraum oder auch die ganze Diskussion jetzt in Dänemark, da sieht man, wie aktuell dieses Thema ist und deshalb müssen wir ganz schnell sein mit der Reaktion darauf und unsere Drohnen-Fähigkeiten ausbauen."
Am Freitag (27.09.2025) ging die Übung in ihren zweiten Tag. Diesmal standen besonders Drohnen und ihre Abwehr im Fokus. Nicht erst seit den Drohnensichtungen über dänischen Flughäfen ist das Thema aktueller denn je. Neueste Systeme wurden im Rahmen der Übung vorgestellt.

Wie man gegen solche hybriden Angriffe vorgehen kann und Drohnen abwehren kann, erklärt Dr. Gerd Scholl, Professor für elektrische Messtechnik, anhand einer entwickelten Netzabfangdrohne: "Also die fliegt dann automatisiert in Richtung der abzufangenden Drohne und nach Freigabe von einem Schuss, also in dem Fall ein Netzwurf, wird dann ein Netz ausgeschossen, wenn es dann so ist wie vorgesehen wird. Die Drohne bleibt im Netz hängen und die wird dann abtransportiert."
Dass Drohnen nicht nur zur Spionage eingesetzt werden können, bestätigt Dr. Ralf Heynicke von der Helmut-Schmidt-Universität: „Es könnten ja zum Beispiel Sprengkörper an der Drohne sein."  Auch aus diesem Grund ist das Trainieren zum Abwehren von Drohnenangriffen so wichtig.


Unsere Informationsquellen:

  • Reporter vor Ort

© 2002 - 2026 by 5NETWORK / PICTURE5 / Medienhaus Nürnberg / 10nach8 / NEWS5. All rights reserved. / 2.0.0